Wie fast alle billigen Horrorfilme der 70er und 80er Jahre hatte dieser Film im Laufe der Zeit fast für jede neue Veröffentlichung immer wieder neue Namen erhalten. Ich persönlich finde den Titel „Nackt unter Kannibalen" am treffendsten. Viele Titelbezeichnungen beziehen sich ja auf „Black Emanuelle" - so auch der italienische Originaltitel. Nun - die Haupt-Protagonistin heißt aber nun mal Laura und nicht Emanuelle. „Black Emanuelle" war ja damals praktisch das Pardon zur Softpornoreihe „Emanuelle" und Laura Gemser war „Black Emanuelle". Ob nun Black oder White Emanuelle - hier gab es zahllose Billigpornofilmchen, die in den Siebzigern und Achtzigern auf diesen Zug aufsprangen. Joe D' Amato war einer von Ihnen und er wollte hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem er einen Kannibalen-Softporno drehte. Es gibt hier also neben teilweise recht derben Goreszenen auch jede Menge Nackter Haut zu bewundern. Sexszenen sieht man aber nie direkt.
Die Handlung meint man dann so oder ähnlich schon irgendwo mal gesehen zu haben, wenn man sich einige andere Kannibalenfilme zuvor angesehen hat. Es ist die die althergebrachte Expeditionsgeschichte. Neugierige Frau will mehr über Kannibalen erfahren, dazu braucht sie selbstverständlich einen allwissenden Professor, der gerade Bock auf Dschungel hat und natürlich ist dann auch ratzfatz eine Expedition zusammengestellt mit Menschen, die anscheinend selbst nicht so genau wissen, was sie im Dschungel wollen und die eigentlich auch nur als Kannibalenfutter dienen.
Unsere Kannibalenstory beginnt dann, wie die meisten andern auch, in New York City. Laura ist Reporterin bei einer Zeitung und soll Missstände in einer Psychiatrie aufdecken. Eines gleich vorweg: Laura ist weltoffen und sagen wir mal „nach allen Seiten offen"J. Sie wurde dort als angebliche Patientin eingeschleust und trifft dann auf einen Fall von Kannibalismus, als eine Patientin einer Anderen ein gutes Stück Brust abbeißt. Die Hungrige Frau hat eine seltsame Tätowierung auf dem Bauch. Natürlich lässt Laura Dies keine Ruhe mehr und sie beginnt zu recherchieren. Sie wendet sich dann an den Anthropologen Professor Mark Lester, dessen Spezialgebiet Kannibalismus ist. Durch den Professor erfährt sie dann auch, dass die Tätowierung der kannibalisch veranlagten Frau aus der Psychiatrie, das Zeichen eines Verlorengeglaubten Kannibalenstammes aus dem Amazonasgebiet ist. Der Professor kennt denn da auch jemanden der jemanden kennt und schon ist man im Flugzeug, ab in den Amazonas-Dschungel. Schnell finden sich dann plötzlich ach lauter Mitstreiter, die sich unbedingt anschließen müssen, da sie im Dschungel gar wichtige Dinge vorhaben. Mit dabei eine Nonne namens Schwester Angela, ein durchtriebenes Ehepaar namens Maggie und Donald McKenzie (Donald O' Brien, der den perversen Arzt in „Zombies unter Kannibalen" spielte) - Er impotent, Sie eine rothaarige, rassige Nymphomanen - Beide haben aber nur Diamanten im Kopf. Dann sind da noch zwei Einheimische, die natürlich die groben Dinge erledigen müssen, und das Blondchen Isabelle, die mit bei ist, weil sie den Weg so gut kennt oder besser gesagt als kleines Häppchen so für zwischendurch, denn Laura will ja auch etwas Abwechslung. Mehr braucht man hier zur Story auch nicht zu sagen. Dass nicht Viele den Dschungel heil wieder verlassen, versteht sich dann ja wohl von selbst.Natürlich ist die Handlung immer wieder von Sexszenen unterbrochen. Sie mit Ihm, Er mit Ihr, Sie mit Ihr, Er mit Ihm...ne dass dann nun doch nicht, dass hat uns der gute Joe D'Amato glücklicherweise erspart. Das alles sind dann auch mehr oder weniger harmlose Softpornoszenen. Ich persönlich weiß nicht so ganz was diese Szenen in dem Film verloren haben. Mit ein paar Titten oder Ärschen rechnet man ja, wenn man sich Schmuddelfilmchen der Siebziger ansieht, aber entweder ich sehe einen Porno oder einen Horrorfilm. Joe D'Amato hat dies einige male in seiner Filmographie zu verbinden versucht - schließlich produzierte er Filme beider Genres in Massen. Als ich den Film seinerzeit auf Video sah, ging ich in die zehnte Klasse und ja, einen Zehntklässler kann das schon entzücken, wenn zwei nackte Damen im Wasser planschen und sich an der Mumu spielen. Wenn ich den Film heute sehe, wollen da so gar keine erotischen Wallungen bei mir auftreten. Der Dschungel gehört in den Wald und nicht unter die Arme und Laura Gemsers kleiner knochiger Hintern...na ja ehrlich gesagt finde ich ihr Gesicht schöner. Naja, wie man merkt, die Verbindung Erotik/Horror, ist nicht so ganz mein Ding. Trotzdem - Joe D'Amato war in anderen Filmen, gerade was die Auswahl der Darstellerinnen betraf, weit aus übler drauf. Ich denke da nur an „In der Gewalt der Zombies".
Trotz allem hat mich der Film aber gut unterhalten. Nicht nur damals, sondern auch heute noch. Vielleicht heute aus anderen Gründen. Es ist eben ein echter Trashstreifen. Solche Filme stehen im krassen Gegensatz zum Hochglanzmüll in DTS, der heute so verzapft wird.Filme wie „The Dark Knight" oder ähnlicher Käse, sind für mich viel schlechter und haben ne Milliarde oder so gekostet.