Review

Joe D'Amato!!! Laura Gemser!!! Black Emanuelle!!! Kannibalen!!!

Ohne Frage eine "Deadly Combination" für den guten Geschmack, aber grade deshalb auch so reizvoll (zumindest für mich). Was braucht man(n) denn da noch groß anderes, für einen unterhaltsamen Filmabend mit wenig Anspruch und viel Bier? Schnell noch Frau, Freundin oder ähnliches für 90 Minuten gegen die Kumpels eintauschen und dann möge das 70's Italo-Trashfest endlich beginnen.

Black Beauty Laura Gemser (lecker wie immer) gibt mal wieder die rasende Reporterin Emanuelle, die bei Undercoverermittlungen in einer Psychatrie auf die Spur eines Kannibalenstammes stößt. Die ganz große Story witternd, reist sie mit dem Wissenschaftler Mark in den südamerikansichen Regenwald, um Nachforschungen in diesem Fall anzustellen und trifft tatsächlich auf menschenfressende Wilde, die zu einer tödlichen Bedrohung für den ganzen Expeditionstrupp werden...

Vor und während dem Trip zeigt sich D'Amato dann von seiner besten Seite, denn schnell ist einer nach dem anderen nackig und noch bevor das erste Mal die Kannibalen auftauchen, hat, unterlegt von funky Soft-Sex Mucke, jeder irgendwie schon mal mit jedem rumgemacht. Dazu gibt's ordentlich dümmlich-belangloses Gequatsche, schönstes Exploitationgedudel vor Dschungelkullise (mit Blick auf den Intimbereich der Darstellerinnen durchaus doppeldeutig zu verstehen) und zur Halbzeit dann auch die Eingeborenen, damit endlich ein paar von den Pappnasen dran glauben dürfen. Das große Fressen ist zwar FX-Technisch nicht grade das Gelbe vom Ei, passt sich dadurch aber sehr gut dem Niveau des Films an und sorgt aufgrund des offensichtlichen Unvermögens aller Beteiligten für ordentlich Belustigung. Schön auch, dass dabei auf den genretypischen Tiersnuff verzichtet wurde.
Richtig dreckig fiese Kannibalenatmosphäre kommt natürlich deshalb zwar nie wirklich auf, was aber mit Verweis auf Titel, Regisseur und Hauptdarstellerin verziehen sei, denn das Ergebnis von D'Amatos Werkeln war ja in dieser Form zu erwarten und so kann sich der Trashfan entspannt zurücklehnen und "genießen".

Unter dem Strich bleibt also ein typischer, aber im Vergleich zu seinen anderen Werken durchaus überdurchschnittlicher D'Amato. Gibt's mal zu viel "Handlung" macht sich schnell wer nackig, dazu 3-4 Goreszenen, die eher billig als eklig sind, und fertig ist Italo-Trash vom Feinsten. Durchaus unterhaltsam, aber wer ein "richtiges" Kannibalenfilmchen sehen will, sollte dann doch lieber auf Nackt und Zerfleischt oder Die Rache der Kannibalen zurückgreifen. Für den kleinen Hunger zwischendurch aber allemal geeignet und bei weitem besser als der Menschfresserrotz von Franco. (6/10)

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