Inhalt:
Die Reporterin Laura (Laura Gemser) wird in einem Krankenhaus Zeugin eines Vorfalls, bei dem eine neue Patientin sich von der Krankenschwester die Brust geben lässt und diese verspeist. Laura findet heraus, dass die Patientin vom Amazonas stammt und über eine Tätowierung führt die Spur zu einem Kannibalenstamm im Amazonasgebiet. Zusammen mit dem Professor Mark Lester (Gabrielle Tinti) und einer mehrköpfigen Truppe begibt sich die Reporterin in eben jenes Gebiet, wo sie eine gute Story wittert. Es stellt sich heraus, dass die Station, die sie aufsuchen wollen, nicht mehr existiert, da die Menschenfresser hier ihrem Namen alle Ehre gemacht haben und nun auch Lauras Truppe dezimieren. Am Ende treffen sich alle im Kannibalendorf zum großen Festmahl.
Kritik:
Natürlich liess sich Joe D'Amato die Gelegenheit nicht nehmen, auf den Zug der Kannibalenwelle der 70er Jahre aufzuspringen. Um ein größeres Publikum anzusprechen, mischte er zu den Kannibalenelementen eine kräftige Prise an Softsex hinzu, obendrein noch Merkmale des zu der Zeit sehr populären Reporterfilms und fertig war sein Schmuddelfilmchen.
Die Story gibt nicht viel her und liefert kaum neue Ideen, welche man noch nicht aus D'Amatos Vorbildern kennen würde und die Dialoge regen eher zum Kopfschütteln oder Schmunzel als zum Nachdenken an. Da die Kannibalenstory nicht für 90 Minuten gereicht hätte, wird ein Jägerpärchen eingeführt, welches, wie sich später herausstellt nur in der Gegend ist, um aus einem verschollenen Flugzeug einen Schatz zu bergen.
Um die Story aufzulockern, bietet der Regiesseur viele Sexszenen in allen möglichen Varianten, wobei jeder mal an jeden randarf. Da vergehen keine 10 Minuten, in denen nicht der Beischlaf vollzogen, masturbiert oder gefummelt wird. D'Amatos offizielle Lieblingsschauspielerin Laura Gemser (wie immer sehr nett anzuschauen) ist eine ideale Verkörperin dieser Szenen, in denen sie ihr wahres Talent zeigen kann.
Leider wirken diese Szenen allesamt extrem lächerlich. So krault Laura der kannibalistisch veranlagten Patientin im Krankenhaus während ihres Verhörs zwischen den Beinen rum, was irgendwie gar nicht mal so viel Sinn ergibt. Kurz vor ihrer Abreise zum Amazonas verabschiedet sie sich auf ihre Art von ihrem Freund mit einem Quickie, um in der nächsten Szene vom körperlichen Kontakt mit dem Professor zu träumen. Und so weiter, und so weiter.
Die Effekte dagegen liegen im gehobenen Mittelmaß und kommen durch die gelungene Kameraarbeit und Schnitttechnik gut zur Geltung. So haben es die Kannibalen besonders auf weibliche Geschlechtsmerkmale abgesehen, die sie sich gerne neben Innereien einverleiben.
Als besonderes Schmankerl wird einem männlichen Festschmaus ein Seil um die Taille gewickelt und anschließend wird dieses Seil von den Kannibalen zum Tauziehen verwendet, was die Teilung des Umwickelten zur Folge hat.
Sehr gut hat mir bei diesem Streifen die musikalische Untermalung gefallen, die den typischen Charme der 70er Jahre versprüht und Lust auf den Kauf des Soundtracks, falls es den gibt, macht.
Das Ende des Films wartet mit einem der großartigsten Schlussmonologe der Filmgeschichte auf: Laura fasst nochmal die Motive der einzelnen Expeditionsteilnehmer zusammen und fragt sich, ob man als Reporterin für eine Story wirklich bis zum Äußersten gehen sollte. Herrlich, ich hab selten so gelacht!
Schwacher Beitrag von Joe D'Amato zum Kannibalengenre.