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Italiens Schmuddelregisseur No.1 - Joe D´Amato - lieferte mit "Black Emanuelle und die letzten Kannibalen" seinen Beitrag zur damaligen Kannibalenfilmwelle ab. Sicherlich einer der besseren Genrefilme, fasst D´Amato das Thema Kannibalismus zwar nicht mit Samthandschuhen an, aber liefert auch keinen spekulativen Reißer, der sich nur auf widerwärtige Fressszenen beschränkt.

New York, eine Psychiatrie. Inmitten der Weißkittel und Wahnsinnigen eine dunkelhäutige Schönheit: Emanuelle (Laura Gemser). "Undercover" im Namen ihrer Zeitung unterwegs, will die Journalistin eine möglichst hautnahe Story über den Psychiatriealltag liefern. Doch als sie Zeuge eines nicht so alltäglichen kannibalistischen Angriffs einer neuen Patientin wird, leckt sie journalistisches Blut. Sie kann ihre Zeitung für eine Expedition in den Amazonas gewinnen um einen bisher ausgestorben geglaubten Kannibalenstamm zu finden - begleitet wird sie von dem Dschungel- und Kannibalenspezialisten Dr. Mark Lester...doch reicht sein Wissen um die letzten Kannibalen aus, um nicht als Fonduespieß zu enden?

Kannibalenfilme sind eine ganz besondere Art des phantastischen Filmes. Selbst Genrefans sind oft geteilter Meinung solcher Filme, sei es ob sinnloser Tiertötungen oder der Denunzierung von Urwaldvölkern. Die meisten Kannibalenfilme beschränken sich demnach auf exzessive Gedärmefressereien kalkgesichtiger Schwarzer. "Black Emanuelle und die letzten Kannibalen" hat zwar auch solche Szenen, aber nicht nur. Abgesehen von einem kurzen Ausschnitt eines "Dokumentarfilmes" tauchen die Kannibalen erst in der letzten halben Stunde auf. Deren Tötungseskapaden sind dann zwar brutal, aber nicht reißerisch - spekulativ.

Natürlich gibt es einige harte F/X zu sehen, die in ihrer Wirkung ekelig sind, beschränken sich aber nur auf eine Handvoll. Technisch schwanken diese zwischen lachhaft ("Durchsägen") und passabel (Ausweidungen). Leider treten diese auch erst in der ersten halben Stunde auf (ja sieht man vom Abschneiden des Penis in der "Doku" ab), so das D´Amato sein Publikum anderweitig unterhalten musste: mit Pornosequenzen...

...diese sind aber weitaus zahmer als man sich wünscht. Vorwiegend Softcore, (erigierte) Penisse gibt es nicht zusehen; dafür aber eine Menge Titten und Muschis. Eigentlich ganz okay, wären die Mädels rasiert. Denn teilweise ist mehr Wuchs als im Urwald (ich finde z.B. die Masturbationsszene etwas widerlich). Dank der durchaus leckeren Laura Gemser ein annehmbarer "Lückenfüller".

Denn viel passiert nicht in der ersten Stunde. Alle 10 Minuten wird gepimpert/onaniert oder sonst wie Sex gehabt. Die malerische Kulisse des Dschungels kann da optisch mithalten (natürlich ist es KEIN Dschungel...), wird jedoch durch die teilweise katastrophale Beleuchtung aber zunichte gemacht. Denn ZU oft passiert es das eine Szene am helllichten Tag spielt und eine Szene später ist es stockfinster. Zusammen mit manchen dümmlichen Dialogen Schwachstelle des Films.

Natürlich spielen in einem D´Amato auch keine Weltstars, sondern eher die B-Liga der damaligen italienischen Schauspieler. Die machen aber einen durchweg passablen Eindruck; vor allem Laura Gemser zeigt, dass sie nicht nur ihre Möpse ins Bild rücken kann. Na ja einigen würde es wohl reichen... ;-)

Trotz aller Kritik einer der wenigen wirklich sehbaren Kannibalenfilme, die sich auch noch nüchtern gut ertragen lassen. Es gibt in dem Genre sicherlich schlimmeres - besseres wird man aber nicht finden!

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