Einer der zahlreichen, allerdings mit interessantesten Filme, die sich den kurz zuvor gestarteten und seitdem die filmische Landschaft bis in alle Tage veränderten Die Hard als mehr oder minder direktes Vorbild zur Brust nehmen und entsprechend ein mehr oder minder konkretes Ripoff dessen veranstalten; hier aus der Schmiede vom Wynorski Jim, der von der Idee her augenscheinlich einen Glückstreffer hatte und sich gleich auch mehr Mühe als sonst und mehr Sorgfalt in der Gestaltung nimmt. Wynorski, der jahrzehntelang und folgerichtig heute immer noch die gleiche Formel von möglichst billigen, möglichst um Aufmerksamkeit heischenden Zutaten in einer rechten Egalität von Geschichte zum Anlaß für aller beabsichtigte Trash-Unterhaltung und so dem Anreiz von versuchter Besonderheit durch freiwillig 'Schlechtes' für sein quantitativ unübersichtliches Werk nimmt, hat sich hier an einer humoristischen und actionreichen, u.a. mit Schnellgewehrfeuer und Dauermunition angereicherten Behandlung der Sorority House Massacre - Reihe abgerackert, welche wiederum der Slumber Party Massacre - Saga entspringt, wobei der hierzulande als Death House veröffentlichte erste Teil reines Horrorgenre war, seine eigene Fortsetzung aber schon mit komödiantischen Untertönen angelegt. Präsentiert von New Classics und produziert von Miracle Pictures, während das Urheberrecht bei Pacific Trust liegt:
Die jungen Frauen Dawn Grant [ Gail Thackray ], Shayne Hoby [ Bridget Carney ], Jackie Webster [ Deborah Dutch ] und Tess Cochran [ Melissa Moore ] sind beauftragt worden, an einem Samstag im Hochhaus der ACME Lingerie von Präsident Brad Plympton [ Don Key ] eine Inventur durchzuführen, wobei ihnen im ansonsten leeren Gebäude der nur noch anwesende Hausmeister Orville Ketchum [ Peter Spellos ] sehr merkwürdig vorkommt. Als ihnen zufällig noch und aus Versehen ein eigentlich an das von Dr. Newton [ Forrest J. Ackerman ] geführte Santa Monica Heritage Museum zugestellt und auch geöffnet wird, geraten sie allesamt in Gefahr, darunter auch Plymptons 'Sekretärin' Diana Farrow [ Karen Mayo-Chandler ]. Die beiden Polizisten Lt. Block [ Jürgen Baum ] und Sgt. Shawlee [ Toni Naples ] eilen ihnen zur Hilfe.
Als 'Arch Stanton' wie schon zuvor beim Sorority House Massacre II (1990) als Regisseur auftretend, legt Wynorski gleich zu Beginn die Fährte hinsichtlich der Tonart und auch der Referenz zum Vorgänger hin aus, der Charakter des Orville Ketchum wird ebenso namentlich erwähnt als auch vorgestellt wie noch zusätzlich die Prämisse und damit die Geschehnisse von dort verbalisiert werden; zwei weitere Figuren von 'damals' tauchen ebenso auf, sodass der Film hier zwar auch einzeln, aber darüberhinaus trotz einer deutlichen Veränderung des Settings als Fortsetzung funktioniert. Ansonsten: knappe Kleidung, große Augen, flache Bäuche, stramme Schenkel und ein gewisses simples Gemüt der jungen Rollen hier, was mit viel Lebensfreude zu Beginn noch und bald mit dem Kampf um eben dieses Leben gefüllt wird.
Eine längere Rückblende zum Finale von Teil 1, ein falsch abgegebenes Paket, ein benutztes Kondom und eine unfreiwillige Wasserdusche später wird so ein bisschen der Plot vorangebracht, mit kleineren Nackedeiszenen nämlich, die eher halb- als wirklich offenherzig, aber nicht gänzlich verkehrt und die ansonsten trockene Darbietung der Dialoge ein wenig am Anreichern sind. Gedreht auf Film sieht das Ganze immerhin halbwegs passabel aus, der Schauplatz ist offenkundig größer als eine Studentenbude und mit Großraumbüro samt extra Badezimmer, der Eingangshalle, dem Basement und schließlich auch über die Verbindung des Fahrstuhls in (fast) alle Bereiche weitflächiger ausgebaut und auch so aktiv in Bewegungen genutzt. Hier und da hängen die Mikrofone von oben herab ins Bild, aber irritiert das Weniger, die gesamte Präsentation schreit sowieso nach einer Künstlichkeit und auch dem Durchbrechen der vierten Wand, sodass derlei Schlampigkeiten fast schon notgedrungen dazugehörig sind. Die an einer Hand auszuzählenden Außenszenen vor dem riesigen Gebäude, welches im Übrigen mitten in der Großstadt und an einer viel befahrenen und belebten Straße steht, lenken auch nicht von der ansonsten theaterhaft wirkenden Kulisse ab und von dem gestellten Schauspiel aller Laien-Beteiligten und ihrer isolierenden Wirkung auch nicht.
Da die Mädels nach ihrer Erfrischung unter der Dusche bald sowieso noch weniger anhaben als vorher schon, obszön billig aussehende Dessous und andere Utensilien aus dem hauseigenen Lagerbestand nämlich, steht dem fröhlichen Reigen aus allzeit vorhandener 'Fleischbeschau' und ein wenig, ja nicht zu viel Spannung und Dramaturgie durch das zwischenzeitlich immer wieder eingeschnittene Auftreten des ominösen Hausmeisters sowie des im Verborgenen gehaltenen Killers nichts im Wege. Ein Brandanschlag aus dem Hinterhalt auf den Lieferservice, ein brutaler Kampf im Büro des Präsidenten, weil zwar eine Pistole dort gefunden wurde, die Kugeln allerdings nicht, Herumgeschleiche im Treppenhaus vom Tower of Terror und andere Aktionen aus dem Slasherfundus, welche technisch eher bescheiden, aber immerhin tatsächlich die sagenhafte Prämisse bedienend und auch auf 80min Laufzeit kommend aneinander gereiht werden. Sex und Gewalt in jeweils abgeschwächter Form und auch verminderter Qualität, Schundfilmkino aus den guten alten Zeiten, in der sowas mangels besseren Wissens konsumiert wurde und heute (ebenso mangels besseren Wissens) zur Generation Nostalgie gehört.