Review

ACHTUNG! SPOILER!

 
It's all talk and no play.
THE OMEGANS ist ein weitgehend unbekanntes und unbedeutendes Dschungeldrama, dass zurecht der Vergessenheit anheim gefallen ist. Der Film erzählt im Grunde eine klassische Dreiecksgeschichte, allerdings mit einem absurden Twist.
Der erfolgreiche Kunstmaler Valdemar (Lucien Pan) reist mit seiner jungen Frau Linda (Ingrid Pitt) in den philippinischen Dschungel. Sie soll ihm dort vor besonders malerischen Landschaften Modell stehen. Als Reiseführer engagiert er den Abenteurer Chuck (Keith Larsen), der einen Trupp mit einheimischen Trägern zusammenstellt. Linda und Chuck verlieben sich ineinander und beschließen, Valdemar kurzerhand aus dem Weg zu räumen und sich mit dessen Geld ein schönes Leben zu machen. Im Dschungel stoßen sie bald auf einen geheimnisvollen „Black River", von dem die Eingeborenen behaupten, er sei verflucht. An einer sehr pittoresken Stelle des Flusses, an der ein Wasserfall niedergeht, schlagen sie ihr Lager auf. Als es jedoch nach kurzer Zeit zu einem sonderbaren Zwischenfall kommt, bei dem einer der Eingeborenen im Fluss sein Leben verliert, reist die Gruppe wieder ab. Valdemar verdächtigt inzwischen seine Frau der Untreue und beobachtete sie heimlich. Als sich Linda in einem Hotel mit Chuck trifft, ist für Valdemar die Sache klar. Er beschließ, die beiden zu erschießen. Als er aber zufällig von einigen Wissenschaftlern erfährt, dass der „Black River" radioaktiv verseucht ist und sogenannte „Omega Rays" abstrahlt, kommt er auf eine andere Idee. Er überredet Chuck, ihn und Linda erneut zu der Stelle mit dem Wasserfall zu führen, um dort einige Bilder malen zu können. Kaum angekommen, lässt er Linda tagelang auf einem Floß unterhalb des Wasserfalls posieren, wobei Chuck das Floß steuert. So sind Chuck und Linda dauerhaft der Strahlung ausgesetzt. Nach einer Weile beginnen Chuck und Linda sich äußerlich zu verändern, sie sehen älter und eingefallen aus, sind kraftlos, erscheinen entstellt und ausgemergelt. Als ihnen schließlich klar wird, was mit ihnen los ist, versucht Chuck Valdemar zu erschießen, doch bevor er abdrücken kann wird er von Oki (Bruno Punzalan), dem Anführer der philippinischen Träger, erschossen. Im Fallen kann Chuck noch seine Waffe abfeuern, trifft aber nur Linda, die zu Boden stürzt. Im sterben liegend fangen die beiden Körper an, sich in weißen Rauch aufzulösen...
Völlig zusammenhanglos und am Ende auch nicht mehr erwähnt, huschen zwischendurch auch noch drei Albinos in zwei sehr kurzen Einstellungen durch das Unterholz, und Linda wird in einer kurzen Szene von einem "glowing ape" angefallen und in den Dschungel verschleppt. Was es aber mit dem "cursed river" und den Albinos auf sich hat bleibt völlig im Dunkeln und spielt am Ende überhaupt keine Rolle mehr.

THE OMEGANS war der letzte Film von Trash-Produzent und Regisseur W. Lee Wilder, und irgendwie scheint der Film durch sämtliche Raster gefallen zu sein. Er taucht weder im Katalog des "American Film Institute" auf, noch in Bryan L. Yeatter's Buch "Cinema of the Philippines." Abgesehen von einem kurzen Eintrag in Michael Weldon's "Psychotronic Encyclopedia of Film" ist der Streifen in so gut wie keinem Review-Buch zu finden. Ob es sich bei THE OMEGANS um eine Produktion für das Fernsehen gehandelt hat (weshalb scheinbar auch kein Filmplakat existiert) oder ob der Film aus irgendwelchen Gründen gar nicht erst in den Verleih gekommen ist, konnte nicht geklärt werden. Entsprechende Daten, etwa für ein Kino-Release, konnten jedenfalls nicht ausfindig gemacht werden. Laut IMDb wurde THE OMEGANS erstmals 1977 aufgeführt (im TV), also rund 10 Jahre nach seiner Produktion. Vermutlich hat den Film vor der Einführung diverser Internetportale tatsächlich kaum jemand gesehen. Zudem ist er scheinbar weder auf VHS noch auf DVD veröffentlicht worden. Nicht, dass einem dadurch etwas entgangen wäre, denn der Film ist so schlecht, dass er einfach nur schlecht ist. Diese ärmliche Produktion, mit einer Laufzeit von 86:17 Minuten, ist derart langweilig und öde, dass einem die Worte fehlen. Die "Handlung" wurde extrem in die Länge gezogen, Wilder reiht eine belanglose Szene lustlos an die nächste und traktiert den Zuschauer mit überflüssigen Dialogen. Die zum Teil recht ansehnlichen Locations im philippinischen Dschungel wurden ohne Inspiration abgefilmt und kommen überhaupt nicht richtig zur Geltung, und die Darsteller fallen auch nicht gerade durch besonderes Engagement auf. Mit etwas gutem Willen kann man das Make-up für Ingrid Pitt und Keith Larsen als halbwegs gelungen bezeichnen, doch kommt dieses nur in den letzten paar Minuten des Films zum Einsatz. Ingrid Pitt in einer frühen Hauptrolle, vor ihrer Zeit bei "Hammer", sorgt zwar für einen gewissen "Trivia-Bonus", doch das rettete den Film auch nicht, genauso wenig wie die Mitwirkung des umtriebigen Bruno Punzalan.
Wie sagte Ingrid Pitt, die ansonsten eigentlich nur Gutes über W. Lee Wilder zu sagen hatte, doch einmal so treffend: "Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Willy wirklich wusste, was er da tat." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Über den Drehbuchautor "WALDON WHEELAND" war weiter nichts in Erfahrung zu bringen. Laut IMDB hat er nur noch ein weiteres Drehbuch geschrieben, und zwar zu dem ebenso dubiosen und von W. Lee Wilder inszenierten "Caxambu!". Möglicherweise handelt es sich bei dem Namen um ein Pseudonym.
W. LEE WILDER (Wilhelm Wilder, 1904 - 1982) war der deutlich weniger ambitionierte Bruder der Hollywood-Legende Billy Wilder (Samuel Wilder, 1906 - 2002). Er ging bereits in den 20er Jahren in die USA und etablierte sich erfolgreich als Geschäftsmann, bis er 1945 in das Filmbusiness einstieg. Sein erster Film als Produzent war "The Great Flamarion" (1945). Bei "The Glass Alibi" (1946) führte er erstmals Regie. Weitere Filme als Produzent/Regisseur folgten, darunter viele Kurzfilme, bis er 1953 mit "Phantom from Space" seinen ersten low budget Genrefilm vorlegte, dem er bis 1968 weitere Trash-Perlen folgen ließ, so z.B. "Killers from Space" (1954), "The Snow Creature" (1954), "Manfish" (1956), "Fright" (1956), "The Man without a Body" (1957), "Spy in the Sky!" (1958). In den 60er Jahren konnte er nur noch drei Filme realisieren, darunter den ebenfalls sehr obskuren "Caxambu!" (1967) den er in Brasilien drehte und in dem u.a. auch Keith Larsen und Lucien Pan mitwirkten. Für viele seiner Filme verfasste sein Sohn Myles Wilder (1933 - 2010) die Drehbücher. Später etablierte sich der Autor beim Fernsehen und schrieb zahlreiche Episoden für TV-Serien (Ein Duke kommt selten allein / Mini-Max / Immer wenn er Pillen nahm).
KEITH LARSEN (1924 - 2006) war in den Jahren 1951 bis 1982 in rund 46 TV- und Filmrollen zu sehen, zumeist in TV-Serien und B-Filmen, etwa "Women of the Prehistoric Planet" (1966).
Über den Darsteller LUCIEN PAN ist nicht viel bekannt. Laut IMDb war er zwischen 1962 und 1968 in etwa 10 Filmen zu sehen, die alle auf den Philippinen gedreht wurden und die kaum den Weg ins Ausland fanden.
Der markante, glatzköpfige und immer etwas ungelenk wirkende BRUNO PUNZALAN war ebenfalls ein philippinischer Darsteller, der zwischen 1952 und 1981 in rund 80 Filmen zu sehen war, von denen nur eine Handvoll außerhalb der Philippinen gezeigt wurden. Er wirkte in mehreren "Blood Island" Filmen mit sowie in zahlreichen anderen Exploitationfilmen.

USA - Philippinen 1967 / Produktionsgesellschaft: Merit Productions Inc. / Regie: W. Lee Wilder / Buch: Waldon Wheeland / Produzent: W. Lee Wilder / Kamera: Herbert V. Theis (Farbe) / Set Decoration: Francisco Balangue, Constancio Garcia (Set Operation) / Kostüme: Vicente Cabrera (Wardrobe) / Spezialeffekte: Francis Rodker / Make-Up: Remy Amazan / Musik: Albert Elms / Laufzeit: US - Fassung = 86:17 Minuten /  (c) MCMLXVII by Merit Productions Inc., All Rights Reserved / Film Editor: Anthony Lawson / Assistant Director: Francisco McLane / Production Manager: Vicente Nayve / Sound Recordist: Levy Principe / Continuity: Mary Abelardo / Property Master: Eduardo Urbano / Hair Stylist: Josephine Moreno 

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