Mit überaus einfachen Mitteln gelingt es hier mal einer deutschen TV-Produktion positiv zu überraschen - Respekt!
Alles beginnt damit, daß ein fremdgängerischer Geschäftsmann (Peter Sattmann) und seine junge Geliebte (Anja Kling) unterwegs zu einem gemeinsamen Wochenende an einer Burg vorbeikommen und diese schnell noch besichtigen wollen.
Soweit so gut, dummerweise werden die beiden jedoch in dem soliden Gemäuer eingeschlossen und als sie es bemerken, befindet sich der Museumswärter längst weit weg unten im Dorf.
Was also tun? Rabatz schlagen, Feuer machen etc. geht nicht weil der ehrbare Geschäftsmann aus naheliegenden Gründen keine Lust hat, der dann zwangsläufig anrückenden Polizei unangenehme Fragen zu beantworten... ergo beschließen die beiden sich fürs Wochenende so gut es geht einzurichten.
Bald schon häufen sich jedoch die Anzeichen, daß sie nicht alleine sind...
Und richtig, ein merkwürdiger Sonderling hat sich ebenfalls in der Burg eingerichtet - Warum nur?
Dessen auffällige Affinität zu dem apokalyptischen "Heuwagen-Tryptichon" von Hieronymus Bosch macht ihn nicht unbedingt vertrauenerweckender und verschiedenes weist mehr und mehr darauf hin, daß es sich um einen entflohenen Gewaltverbrecher handelt.
Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt währenddessen die Frau immer mehr der Faszination des geheimnisvollen Fremden erliegt und sich gegen den als unflexiblen Spießer erweisenden Krawattenmann wendet... dann überschlagen sich die Ereignisse und es kommt zu einem überraschenden Ende.
Wirklich ein intelligent gemachter Film, den ich immer mal wieder gern sehe.
Besonders fasziniert hat mich zudem die Tatsache, wie hilflos auch moderne Menschen der wuchtigen Architektur einer mittelalterlichen Festung gegenüberstehen, auch wenn auf den ersten Blick alles so renoviert und zeitgemäß erscheint.
Echter Geheimtip!