Ein so richtig schön turkeyhafter Katastrophentrasher aus der Zeit, als die Erde noch gut zwei-, dreimal in Hollywood pro Jahr unterging. Zwar entstammt "Meteor" nicht mehr der Hochphase des Katastrophenfilms, ist aber sonst in diesem Genre ein Hansdampf in allen Gassen.
Das liegt nicht zuletzt an dem schier ungeheuren Staraufgebot, daß sich durch den Film wälzt. Sean Connery hat dabei den besten Part abbekommen, schön neben der Spur läßt er alle Nase lang den Chauvi durchblicken und wirkt mehr wie sein Ex-Geheimagent als wie ein Wissenschaftler. Karl Malden spielt sich wie immer selbst und gibt deftig-markante Gesichtsausdrücke von sich, während die russische Seite in diesem Ringen um die Rettung der Welt von Nathalie Wood und Brian Keith (der nur einen einzigen verständlichen Satz "Mann, leck mich am Arsch!" von sich gibt) als flüssig russisch parlierender Gegenpart zusammensetzt. Henry Fonda holt sich seinen Gagenscheck wie immer als Chefs vons Ganze (nämlich als Präsident) ab, während Martin Landau den Klischeebimbo von US-General des kalten Kriegs darstellt. Irgendwo steht auch noch Trevor Howard rum und wartet auf die dicken Brocken.
Während wir also von den großen Gesichtern eingeschüchtert werden, haben die Macher sonst erheblich Mühe, alle Zuschauer bei der Stange zu halten. Sicherlich anerkennenswert die frohe Botschaft, in Zeiten der Not sowohl Russen wie Amis am gleichen Strang ziehen zu sehen, obwohl jeder seinen Star Wars-Satelliten durch den Orbit schwirren läßt, doch ist die Story drumrum doch recht dünn. Deswegen wird hier geklotzt und nicht gekleckert und diverse nette Vorboten dürfen zunächst bei Eskimos nebenan einschlagen, dann ein paar Alpenlawinen auslösen und anschließend Hongkong wegputzen. Der jeweilige Bombast hätte sonst für je einen Film gereicht, aber da die Tricktechniker hier mit der heißen Nadel stricken, mit Billigmodellen nicht geizen und den Schnee immer im Nachhinein einkopieren, war das noch relativ günstig.
Die schönste Streckung widerfährt jedoch dem titelgebenden Brocken from outer space, den wir locker zwei Dutzend mal in immer derselben Drehung vorgeführt bekommen und seine Gegner, die putzigen Plastik-Atomsprengköpfe. Und weil die Explosionskünstler so ausgebucht waren, zeigen wir den großen Blowout nicht en detail, sondern lassen genug dicken Kies übrig, um es Manhattan noch mal so richtig zu besorgen. Am Ende ist die gesamte Insel Ground Zero und Connery und Genossen huppeln vor Schlammassen durch die U-Bahn, damit die Spielzeit voll ist.
Das alles und noch viele Trash-Knaller mehr (besonders putzig: das Kreml-Fernsehzimmer) sorgen, in Verbindung mit dem todernsten Spiel aller Akteure, die richtig reinhauen, daß wir es hier mit einem Patrioten-Schwenker der ersten Garnitur zu tun haben, Schmunzeln, Schluchzen und "Jawoll"-Schreien all inclusive.
Natürlich kann man heute kaum noch glauben, daß die Leute für solche Big Budget-Nieten ins Kino gelaufen sind, aber wer sich beim "Tödlichen Schwarm" schon wiehernd im Sessel gerollt hat, wird hier nahe dem Herzinfarkt sein. Mit trashigsten Grüßen. (4/10)