Review
von Leimbacher-Mario
Gesteinskotzbrocken
„Meteor“ ist ein starbesetzter Katastrophenfilm aus den ausgehenden 70ern - jedoch wirkt er vom Look und den Effekten und seiner behäbigen Art oft fast 20 Jahre älter... Erzählt wird von einem riesigen Meteor (und seinen kleineren, vorankündigenden Absprengungen), der auf die Erde zurast und in wenigen Tagen einschlagen wird. Nun soll Sean Connery als charmanter Machowissenschaftler dafür sorgen, dass der tödliche Felsbrocken doch noch mit vereinter (atomarer!) Kraft der Weltmächte zerstört oder aus der Bahn gebracht werden kann...
Im Grunde ist „Meteor“ nicht viel anders (oder besser oder schlechter) als die Asteroidenkracher, die zwei Jahrzehnte später Kassenrekorde brechen sollten. Nur eben doch eine ganze Spur trockener und lächerlicher, wenn man denn so will. Die freche deutsche Synchro und ein wie immer charismatischer Connery halten den Langweiler zwar über Wasser, der Kommentar zum kalten Krieg und der nötigen Zusammenarbeit zwischen USA und Russland ist sehenswert und noch immer (wohl für immer) aktuell und greifbar. Aber als Unterhaltungsprodukt versagt die damals schon veraltete Effektorgie ziemlich krachend. Da würde ich Klassiker wie „Towering Inferno“ oder „Poseidon Adventure“ jeden Tag der Woche vorziehen. Die wenigen, hineingepressten Einschläge von der Schweiz bis nach China sind geprägt von Stock Footage und kümmerlich übereinandergelegter Flutwellen und Grossstädte, Schneelawinen und Skigebiete, Kometen und brennenden Häusern. Ein Bild des getroffenen New Yorks (nach dem unausweichlichen Erfolgs der Mission) und allgemein immer, wenn die Twin Towers in Filmen zerstört werden, blieb hängen. Doch ansonsten fiel es mir arg schwer hier wach zu bleiben. Da kann die deutsche Vertonung frotzeln und Sprüche klopfen wie sie will.
Fazit: ein in vieler Hinsicht dick angestaubter Katastrophenschnarcher, bei dem die hochkarätige Besetzung vergebener Liebesmühe gleicht. Connery und die rotzige deutsche Synchro retten noch etwas. Ansonsten total egal und zurecht vergessen. Der „Deep Impact“ seiner Zeit - nur in ungleich schlechter!