In „Colors – Farben der Gewalt“ gehen Altbulle Robert Duvall und Jungspund Sean Penn gemeinsam auf Streife.
Bob Hodges (Robert Duvall) ist ein alter Cop zur vor der Pensionierung, der auf seine eigene Art mit den Straßengangs in den Vororten von L.A. fertig wird. Mit einigen der Mitglieder ist er per du und kann sie so von schlimmeren Straftaten abhalten und genießt so einen gewissen Respekt bei ihnen. Hier tritt der Typus des Polizisten zum Vorschein, der es lieber ruhig mag und doch seine Besonnenheit die Oberhand die behält.
Mit Danny McGavin (Sean Penn) kommt das genaue Gegenteil in Polizeiuniform ins Spiel. Der junge Cop ist aufbrausend, jähzornig, teilweise sogar gewalttätig. Er kennt den Gangstern gegenüber kein Erbarmen und übertritt dabei teilweise seine Befugnisse. So geraten die beiden Partner in einen mehr oder weniger öffentlichen Disput was ihre jeweiligen Methoden angeht.
Ihre Arbeit bekommt eine ganz besondere Bedeutung als es in der Szene der Jugendgangs brodelt. Eine Gang erschießt einen anderen Jugendlichen aus einem Auto heraus, was das ganze Viertel in Aufruhe versetzt. Die beiden Cops versuchen den Hexenkessel unter Kontrolle zu bringen, jeder auf seine Weise...
„Colors“ ist ein ordentliches Cop-Porträt, die Rahmenhandlung besitzt jedoch so ihre Schwächen. Denn die Geschichte um die verschiedenen Jugendgangs wird immer wieder aufgegriffen und fallengelassen, so dass sie erst gegen Ende wieder an echter Bedeutung gewinnt. Dies nimmt dem Film leider auch stellenweise die Spannung, obwohl er an sich recht kurzweilig daherkommt.
Als Porträt der beiden Cops kann „Colors“ jedoch überzeugen, da beide recht harte bzw. recht lasche Mittel einsetzen und mit ihnen zwei Gegenpole aufeinanderprallen. So wird der Zuschauer zum Mitdenken über das Richtig und Falsch jeder Methode angeregt, um am Ende selbst darüber entscheiden zu können. So besitzt der Film seine eigene Dramatik, auch wenn er erstaunlich unspektakulär daherkommt.
Die Actionszenen sind von geringer Zahl und recht realistisch gehalten: Eine Schießerei hier, eine Verfolgungsjagd da. Hier wäre mehr drin gewesen, auch wenn der Film älter ist und an sich kein Actionfilm. Doch ein paar Actionszenen mehr hätten die Dramatik in meinen Augen nicht zerstört, sondern viel mehr ein paar Längen der Story ausgebügelt.
Die Besetzung in dem Film, bei dem übrigens Dennis Hopper Regie führte, spielt alles in allem sehr überzeugend. Vor allem Robert Duvall und Sean Penn als ungleiche Partner agieren gut aufgelegt und spielfreudig. Auch die Nebendarsteller, darunter Maria Conchita Alonso aus „McBain“ und „Predator 2“, machen ihre Sache gut.
Nettes Cop-Drama, dessen Krimihandlung allerdings ein paar Schwächen hat und so teilweise Längen auftreten.