Bogart in Bestform – das ist „Der Malteser Falke“, eine klassische Detektivverfilmung nach Dashiell Hammetts berühmten Roman rund um den hard-boiled privat eye Sam Spade.
Als wortkarger, staubtrockener und doch nicht ironiefreier Detektiv sieht er sich nach der Ermordung seines Partners in die Jagd auf eine geheimnisvolle goldene Falkenstatue verwickelt, die jedoch lediglich eine Art McGuffin für die damit losgetretenen Ereignisse ist.
Getrieben vom Willen der Aufklärung des Mordes an seinem Partner, mit dessen Frau er auch noch ein Verhältnis hatte, gerät er in die Machenschaften der Brigid O’Shaugnessy, deren Identität ebenso ungeklärt ist, wie ihre Absichten. Reizvoll ist sie jedenfalls, doch mit ihr zusammen tauchen gleich mehrere schräge Gestalten auf, die das gleiche Ziel verfolgen.
„The Maltese Falcon“ hat wenig Action und noch weniger Schießereien, seine Qualitäten liegen in seinen Figuren und den damit verbundenen pointierten Dialogen.
Obwohl von dem Vogel wenig zu sehen ist, scheint jeder zu vermuten, daß die jeweils anderen ihn übers Ohr hauen wollen, was dann auch dementsprechend stimmt. Infolgedessen konzentriert sich alles auf Spade, der noch weniger weiß, als alle anderen, aber stoisch die jeweiligen Gegenparteien gegeneinander aufbringt.
Sidney Greenstreet und Peter Lorre gaben Glanzfiguren ab: als der fette Gutman und der offensichtlich schwul angelegte Joel Cairo sind sie Gegensätze par excellence, während die mysteriöse Mary Astor als kühle femme fatale die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen läßt.
„Die Spur des Falken“ ist wie gesagt, relativ dezentriert und erfordert Aufmerksamkeit, ist aber nicht so überkompliziert aufgebaut, wie etwa Bogarts anderer Klassiker „The Big Sleep/Tote schlafen fest“, bei dem man sich Notizen machen sollte.
Insgesamt ist der Film aber der Archetyp des Hard-Boiled-Detektiv-Films, in Aufbau, Charakteren und Dialogen und ein Genuß für sich, den man sich gönnen sollte, wenn man die entsprechende Geduld mitbringt. (8/10)