Kurz nach "Lord of War" schon wieder ein Film mit Nicolas Cage. Doch überzeugte dieser noch mit seiner galligen, bitterbösen Ironie, fehlen "The Weather Man" etwas die innovativen Ideen (zumindest was die Story anbelangt). Ein Mann mittleren Alters in der Midlife-Crisis zwischen gescheiterter Ehe, Unzufriedenheit im Job und todkranken väterlichen Idol - wahrlich nicht sehr originell. Doch die Inszenierung von Regisseur Gore Verbinski ("Fluch der Karibik") kann mit einigen skurillen Figuren und absurd komischen Momenten innerhalb der melancholischen Grundstimmung punkten.
Zur Story: Wettermann Dave Spritzer (Nicolas Cage) ist eine gescheiterte Existenz: Der Job als Wetterfrosch beim Fernsehen ohne Ahnung von Meteorologie langweilt ihn und er wird ob seines zweifelhaften Ruhms des öfteren mit Fast Food beworfen; seine Ehe ist gescheitert, seine übergewichtige Tochter hat den Familienfrust in sich sprichwörtlich hineingefressen, sein Sohn hat Drogenprobleme und seine (Ex-) Frau hat einen Neuen. Daves Vater, Pulitzer-Preisträger Robert Spritzer (Michael Caine, "Gottes Werk und Teufels Beitrag"), ist todkrank und gibt seinem Sohn ein ums andere Mal gut gemeinte Ratschläge. Dave beginnt über sein Leben nachzudenken, doch Besserung scheint bis auf einen möglichen neuen Job nicht in Sicht...
Die Stärken von "The Weather Man" liegen wahrlich nicht in der melancholischen und teils melodramatischen Geschichte. Vielmehr kann man dem Film in seinem Humor eine gewisse originelle Eigenart nicht absprechen. So sind zum Beispiel das Vater-Sohn-Gespräch um "Kamel-Hufe" in Verbindung mit der schlechten Kleiderwahl diverser Frauen sowie der "Remoulade-Witz" urkomisch. Allgemein hat der Film einen etwas schlüpfrigen und absurden Humor, ohne jedoch auf das oft zitierte Zoten-Niveau einiger amerikanischer Pubertäts-Komödien abzugleiten. Die traurige Geschichte in dunklen und ausdrucksstarken Bildern ist teils vollgestopft mit nachdenklich stimmenden inneren Monologen, driftet dabei aber nie in die melodramatische Belanglosigkeit ab: Jedes Mal, wenn der Film auf kitschige Klippen zusteuert, werden diese wieder durch einen originellen, humoristischen Einfall elegant umschifft. Dann bekommt der Zuschauer eben mal einen kleinen Exkurs über Fast Food-Artikel, die Mäntel besonders gut ruinieren oder der skurrile Dave wird zum Bogenschützen. Leider kann sich der Zuschauer weder mit der Figur des David noch mit dessen Vater wirklich identifizieren. Nicolas Cage und Michael Caine mühen sich zwar redlich mit ihrer pointierten und trockenen Situations- und Dialog-Komik, jedoch kommt für sie ob der etwas dröge wirkenden Inszenierung nie wirklich Sympathie auf. Während Dave einige charakterliche Kanten aufweist, die einer vollständigen Ambivalenz widerstreben, bleibt die Figur des Robert zu eindimensional auf den Moralapostel und Lebensratgeber beschränkt.
Fazit: Melancholisch-heitere Charakterstudie, die zwar launig unterhält, jedoch die Emotionalität anderer vergleichbarer Filme vermissen lässt. "The Weather Man" ist unterhaltsames, tragikomisches Kino mit skurrilen Gags, aber ohne wirklichen Tiefgang. Gore Verbinski hat mit Piraten anstatt eines Wetterfroschs schon bessere Filme gedreht.