Der Wettermann weiß immer wie das Wetter wird. Darum ist er schließlich der Wettermann. Genau das denken die Leute, wenn sie im Fernsehen das Wetter von einem sympathisch wirkenden Mann präsentiert bekommen - zum Beispiel von David Spritz (Nicolas Cage), dem Wettermann in einem kleineren Fernsehsender. Doch Spritz liest lediglich vom Teleprompter ab und hat keine Ahnung von Wetter. Und sympathisch wirkt er nur im Fernsehen - tatsächlich ist er ein "blöder Arsch", wie er bald selber ernüchtert feststellen muß.
Sein Leben geht gerade den Bach runter: Seine Ehe gescheitert, seine Kinder wenden sich von ihm ab, sein Vater hält auch nicht sonderlich viel von ihm - und Freunde scheint es in seinem Leben nicht zu geben. Der Job ist alles was ihn antreibt. Mit weiterem beruflichem Erfolg hofft er sein Privatleben wieder auf die Reihe zu bekommen. Doch das ist alles nicht so einfach wie er sich das vorstellt.
"The Weather Man" handelt weniger vom Wetter und dessen Moderation als vielmehr vom Leben eines karrieresüchtigen Vollidioten der eigentlich immer nur alles falsch machen kann und spiegelt damit in krasser Manier die dunklen Seiten in uns wider. Gore Verbinski zeigt uns bildhaft und überzeugend was passieren kann wenn man sich selbst und sein Leben nicht im Griff hat: das Umfeld zerbricht und es wird immer schwieriger wieder Normalität zu erlangen. Fast könnte man auch sagen: Karrieregeil den Job zum allesbestimmenden Thema zu machen ist der Lebensqualität wenig dienlich.
Nicolas Cage spielt den ruhigen unsympathischen Spritz, ein Antiheld, der erst ganz zum Schluß beginnt von seiner verquerten Art Abstand zu gewinnen und tatsächlich menschliche normale Verhaltensmuster anfängt aufzuweisen. Doch schnell wird klar - der eisig wirkende Vater hat als Vorbildfigur einen nicht unwesentlichen Anteil an Dave's Entwicklung. Michael Caine spielt den schwerkranken erfolgreichen Schriftsteller und harten "Felsen" Robert Spritzer, Vater von Dave, sehr überzeugend und auf seltsame Art trotz persönlicher Kälte sympathisch und verletzlich.
Ein Film der zeigt wie man sich und seine Familie zerstören kann, aber auch vor Augen hält was man besser machen sollte und dabei erstaunlich unterhaltsam ist.
(6/10)