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Auf die Nebenrolle in "Enter the Dragon" mit Bruce Lee wird Actionstar Bolo Yeung heute noch häufig angesprochen, obgleich ihm der internationale Durchbruch erst gemeinsam mit Jean-Claude van Damme in "Bloodsport" gelang. Robert Clouse führte damals Regie beim letzten Film mit Bruce Lee, vorliegender Streifen wurde wiederum seine letzte Regiearbeit, - und beileibe nicht seine beste.

In Portland wird die junge Cindy vermisst, während Cop Douglas tot aufgefunden wird. Sein früherer Kollege Keen (Britton K. Lee) nimmt sich des Falles an und stößt alsbald auf den Drogengangster Milverstead (Richard Norton), der nie ohne seinen brutalen Handlanger Ice (Bolo Yeung) anzutreffen ist...

Wären so viele Kampfszenen wie Ausschnitte tanzender Menschen vorhanden gewesen, könnte man fast von einem Actionfeuerwerk sprechen, denn Anfang der Neunziger war es furchtbar modern, die alten Einflüsse von Aerobic mit lockerer Hampelei zu verbinden, was entsprechend albern aussieht und nicht selten in peinliche Gefilde abdriftet. Martial Arts und Krimihandlung gehen demgegenüber phasenweise völlig unter.

Allerdings ist der Fall auch nicht sonderlich knifflig, denn früh werden die Drahtzieher der Tat entlarvt, während Keen zwei kleine Helfer in Form eines Pizzabooten und einer Tanzlehrerin erhält, welche er eigentlich gar nicht benötigte. Denn der Mann zerlegt jeden Gegner mit einem Tritt oder Handgriff, was die Exposition auf dem Revier in LA verdeutlicht, als er während einer Trainingseinheit einen Cop nach dem anderen auf die Matte schickt.

Zum allgemeinen Charisma des Helden trägt dies jedoch nicht bei, denn obgleich Lee einigermaßen beweglich ist, - seine Mimik ist es nicht. Die Kampfeinlagen sind zwar halbwegs zackig in Szene gesetzt, entbehren jedoch jeglicher Spannung, da die Konfrontationen einseitig und viel zu spartanisch ausfallen, zumal bis auf gebrochene Handgelenke nicht viel rohe Gewalt auszumachen ist. Selbst der Endkampf weist keine sonderlich ausgetüftelte Dramaturgie vor, womit er sich allenfalls durch die Länge von den restlichen Kämpfen unterscheidet.

Das Drumherum ermüdet indes zusehends, da bis auf zwei brennende Fahrzeuge und ein explodierendes Gebäude keine wirklichen Schauwerte auszumachen sind und auch die Schauplätze bieten bis auf eine Lagerhalle nicht allzu viel Abwechslung. Stattdessen wird einmal mehr getanzt, ob in einer lachhaften Formation im Club oder beim Training im Studio, - begleitet von billigen Beatnummern, die in den Achtzigern schon keiner mehr haben wollte.

Allerdings passen die durchweg hölzern performenden Mimen recht gut zum uninspirierten Treiben. Selbst Bolo Yeung spult die Rolle des Fieslings zu routiniert ab und vermag keinerlei Akzente zu setzen, die übrigen Mitstreiter gebären sich jedoch größtenteils noch unprofessioneller. Einzig Kamera und Schnitt wissen durch die Bank zu überzeugen, was den Streifen letztlich auch nicht unterhaltsamer gestaltet.

Denn der zählt definitiv zu den vergessenswerten Actionstreifen der Neunziger.
Die Anteile des Thrillers sind weitgehend vorhersehbar, redundante Szenen bremsen stets den Fluss und zudem fallen die Fights jeweils recht kurz aus und zeugen kaum von akrobatischen Einlagen. Für Nebenher okay, zum Mitfiebern und Abfeiern langt es allerdings zu keiner Zeit.
Knapp
5 von 10

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