Review

Ein ursprünglich aus Korea stammender Polizist aus Los Angeles kommt nach Portland, um den Tod an seinem ehemaligen Partner und das Verschwinden von mehreren hübschen Frauen aufzuklären....

Eindeutig ein B-Actioner der schwächeren Sorte. Zu dilletantisch ist die Inszenierung, (selbst für B-Action-Verhältnisse) zu lächerlich der storytechnische Ablauf, die Bösewichte mit Richard Norton und Bolo Yeung als dessen "ausfüllende" Parts spielen auch in ihren sowieso schon sehr beschränkten Möglichkeiten zu konstaniert und betonartig, während der "Held" der Geschichte eigentlich mehr oder weniger eine ziemliche Lachnummer ist.

Die Story verdient in diesem Falle eben doch mal Erwähnung (was in diesem Genre ja für gewöhnlich nicht so ist), aber leider nur im negativen Sinne. Zu unlogisch sind die einzelnen Elemente der Geschichte, zu unbeholfen sind diese auch noch aneinandergereiht. Das geht eigentlich schon zu Beginn des Films los: Wieso wird ein Polizist von L.A. nach Portland geschickt, um dort einen Mordfall und das Verschwinden mehrerer Personen aufzuklären? Nur weil der Ermordete sein ehemaliger Partner war?

Einige Elemente der Story bzw. Settings wirken in ihrer Auswahl und/oder in ihrer Erscheinungsform auch überaus unglücklich. Der Kniff mit der Tanzschule z.B. weiss ganz und gar nicht zu gefallen, und in der Disco, in die mehrere Szenen den gesamten Film über hineinspielen (und in der sich der "Held" der Geschichte auch noch herumtreibt, nachdem die Handlanger der Fiesewichter schon mehrere Male versucht haben, ihn umzulegen, und in der die "Oberbösen" Norton und Yeung immer in erhöhter Position herumsitzen, um nach neuen Mädchen Ausschau zu halten...?!?), scheinen sie grundsätzlich nur zwei Lieder zu spielen.

Wenn der Regisseur (immerhin Robert "Enter the Dragon" Clouse!!) und/oder der Drehbuchautor (insofern es denn einen gab...) geglaubt haben, jetzt müsste mal wieder eine Actionszene dran sein, kommen aus irgendeiner dunklen Ecke die obligatorischen vier engagierten Schmierlappen, die den Hauptprotagonisten verprügeln/umbringen/was auch immer sollen. Das ist nicht nur ziemlich langweilig, sondern auch reichlich unspektakulär, weil man offensichtlich nicht nur am Skript, sondern scheinbar auch am Fight-Choreographen gespart hat. So gibt es in 95 % der Fälle schlicht bloss einen Schlag respektive Tritt pro Mann, und schon hat sich die Sache wieder erledigt, und die sinnentleerte "Handlung" kann wieder ihren Lauf nehmen.

Definitiv erwähenen muss man auch die sogenannten "Hauptdarsteller". Während Norton sich noch ein kleines bisschen bemüht, seine Rolle etwas auszufüllen (gelingt nur höchst selten) und Bolo Yeung seinen üblichen, (aufgrund weniger bis gar keiner Englischkenntnisse) wortlosen Knochenbrecher-Part übernimmt (wobei auch dieser sehr mausgrau wirkt), ist der 1,50 m grosse, schlichtweg nur stupide und schaise aussehende Schluck "Fidschi-Kampfkunst" als "Held" der Geschichte eine ganz klare, folgenschwere Fehlbesetzung. So ausdruckslos wie ein Brotkasten, mit einem Geisterbahn-Lächeln ausgestattet (kommt zum Glück nur einmal sichtbar zum Einsatz), aber laut "Drehbuch" trotzdem in der Lage, ohne weitere Bemühungen dieserseits eine (halbwegs) hübsche Amerikanerin ins Bett zu bekommen (ROFL!), will man als Zuschauer mit dem genausowenig symphatisieren wie mit den Bösewichtern - mit dem Koreaner eigentlich sogar noch um einiges weniger. Mit eine der grössten Schwächen des Films - einfach niemanden zu haben, dem man so recht durch die Geschichte folgen mag....

Immerhin: In der komplett ungeschnittenen Fassung gibt es einige, streckenweise sogar recht herbe Brutalitäten zu bestaunen, gebrochene Knochen und blutige Einschüsse gibt es einige, dazu noch die eine oder andere kleine "Nicklichkeit" ;-).
Explosionen hat's auch, aber die vermiesen einem die dazugehörigen "Storyumrandungen" zum einen ganz gehörig (Was machen wir mit einem Auto, das eine Spur zu uns bedeuten könnte, auch wenn es das einzige ist, was eine Hauptdarstellerin besitzt? In den Tank schiessen und explodieren lassen, logisch! / Eigentlich wollten mich die Bösewichter ja in einem leerstehenden Haus in die Luft sprengen, zu dem sie mich zuvor noch mit einem fingierten Brief hingelockt haben - aber da sie die via Telefonanruf zu zündende Bombe direkt im ersten Raum neben der Eingangstür plaziert haben und man sie so noch wunderbar durchs erstbeste Fenster sehen kann, habe ich glücklicherweise noch eine halbe Stunde Zeit, um vorher wegzulaufen usw. usw.). Zum anderen sind die auch noch weit vom üblichen B-Action-Standard, was Explosionen betrifft, entfernt.

Das Finale lässt auch stark zu wünschen übrig. Gott, man denke an die Möglichkeiten - Norton & Yeung gegen den kleinen Koreaner, was für Fights hätten daraus werden können.
Doch Pustekuchen: Norton (immerhin auch Kampfsportexperte) muss sich nach kurzem Fluchtversuch wie ein kleines Baby schreiend via Schwerthieb die Rübe vom Hals holzen lassen (immerhin). Und Yeung wird ein paar Male geschlagen und getreten, bevor ihm der kleine Fidschi den "finalen" (?!?) Kniestoss gegen den Kopf verpasst (mehr isses tatsächlich nicht). Äusserst dürftig, das Ganze....

Alles in allem ein selbst für dieses Genre viel zu flügellahmer und streckenweise storytechnisch in den Augen brennender B-Actioner mit lustlosen Stars und einer ziemlichen Witzfigur als Held, den die in der ungeschnittenen Fassung gebotenen Brutalitäten nur noch bedingt herausreissen (und der in jeder erhältlichen deutschen Fassung eine komplette Zeitverschwendung darstellt).
Mit viel gutem Willen noch eine sehr knappe 5/10.

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