Eine jung, recht steif wirkende Frau, nimmt eine Ausbildungsstelle in einem Hotel in Österreich an. Das Hotel liegt weit ab in einem Wald. In diesem Wald lebt(e) der Sage nach eine Waldfrau - die Ösi-Version der Blair-Hexe. Aber zunächst scheint das nebensächlich. Die Vorgängerin der jungen Frau, die nun die Stelle im Hotel angenommen hatte, war eines Tages einfach verschwunden. Steckt die Waldfrau dahinter, oder die intriganten Kollegen? Unsere Protagonisten ist immer mehr von ihrer Vorgängerin fasziniert und wird immer tiefer in die unheimlichen Geschehnisse hineingezogen.
Soviel zum vielversprechenden Inhalt. Die Umsetzung jedoch kann nicht halten, was die Ausgangslage verspricht. Kein eindeutiger Psychothriller, kein Horror - eher Mystery mit künstlerischem Anspruch. Letzterer wird aber eigentlich nur von der Kamera getragen - zwar sind die Schauspieler zum größten Teil hervorragend, aber die (gewollte?) unfreiwillige Komik des Films führt irgendwann zur unvermeidlichen Frage: "Was soll das Ganze". Zudem wird ordentlich Spannung aufgebaut, die sich dann im Nichts verliert. Dem künstlerischen Anspruch der Regisseurin Jessica Hause mag das zwar reichen, dem ungeduldigen Zuschauer jedoch nicht. Auf der Kinoleinwand, wo ein Film die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers genießt, funktioniert es trotzdem einigermaßen, da die Neugierde des Zuschauers geweckt wird. Am Ende jedoch bleibt ein fahler Geschmack im Mund zurück, und die Erkenntnis, dass der Film zwar wirklich sehr interessant war, aber nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Einen Blick auf jeden Fall wert, und Freunde unkonventioneller Filmkost werden eventuell ihre Freude haben, auch wenn der Begriff "Kunst" weit zu hoch gegriffen. 5.5 Punkte.