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Spontan erinnerte ich mich nach dem Ansehen von "Hotel" an einige Begriffe, die in der TV Spielfilm bei der Filmbeschreibung verwendet wurden: "surreal", "Identitäts-Thriller", "...erinnert an David Lynch". Da musste ich mich schon fragen, welchen Film die wohl gesehen haben???
Sicherlich war´s nicht "Hotel", denn auf den passt nun wirklich keines dieser Attribute. Denn surreal ist er noch nicht mal im Ansatz (mit viel Wohlwollen könnte man höchstens noch die Szene als solche nennen, in der Irene quasi sich selbst in den Wald folgt - aber auch die ist äußerst plump gemacht). Von einem "Thriller" kann ebenfalls keine Rede sein, denn dazu hätte es wenigstens den Versuch eines Spannungsaufbaus benötigt. Und mit einem David-Lynch-Film hat das Ganze erst recht nichts gemeinsam (noch nicht mal mit den schlechten Lynch-Filmen).
Eigentlich gibt´s sowieso nur ein Wort, mit dem man den österreichischen Möchtegern-Kunstfilm beschreiben kann: STINKLANGWEILIG! Die kompletten 80 Minuten lang passiert absolut gar nichts - und das ist keine Übertreibung! Man sieht minutenlang, wie Irene ihrer (ohnehin nicht besonders aufregenden) Arbeit im Hotel nachgeht (will heißen: durch die Gänge wandert) oder in der Disco tanzt. Sonst nix! Ich frage mich, wie manche Schlaumeier es schaffen, in solche Szenen noch Tiefgang (oder gar Kunst) reinzuinterpretieren - ich dachte immer, in Nichts kann man auch nichts reininterpretieren...
Dem filmgewordenen Vakuum schließt sich auch das absolut vorhersehbare Ende an. Klar, manchmal ist es sogar gut, wenn ein Film keine Antworten liefert - aber dann sollte er doch wenigstens Fragen aufwerfen...

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