Review

Wo es ein "Hostel" gibt, muss es auch ein "Hotel" geben.

"Hotel" ist sehenswert. Eine minimalistische Inszenierung mit sehr schöner Kameraführung, die zudem in der Hauptrolle (Franziska Weisz) perfekt besetzt ist.
Man ist mit der mauerblümchenhaft-scheuen, in ihrer Zurückgenommenheit aber auch streng wirkenden jungen Frau recht bald "allein" im stillen Waldhotel. Diese Darstellung, ja der Film als Ganzes, strahlt eine unbehagliche Ruhe aus, die den Zuschauer im besten Fall gleich mit befällt.
"Hotel" liegt der herkömmliche Plot eines Mystery-Thrillers zugrunde, die Inszenierung jedoch, gemahnt eher an einen Arthouse-Film. Ich sage nicht, dass der Film sonderlich schlau ist, noch dass man sonderlich schlau sein muss, um den Film zu schätzen/ verstehen. Allerdings würde ich anmerken, dass die (im übertragenen Sinne) "Musik" des Filmes so leise und fein spielt, dass sie von vielen einfach überhört werden wird. Die gewisse Monotonie des Films (- die auch in der Musik funktionieren kann) fasziniert.
"Hotel" unterlässt fast alles, was andere Filme des Genres zuviel haben, er vermeidet Banalitäten und Effektspielereien. Der Minimalismus der Inszenierung und feine Andeutungen lassen einen  Spielraum für beunruhigende Interpretationen. In einer etwas oberflächlicheren Weise hat diese Interpretationsfreiräume auch "The Blair Witch Project" gelassen, der vermutlich gerade deswegen so stark polarisiert.
Fast vornehm wird in "Hotel" dem Genre-Mainstream widersprochen, der den Zuschauer gerne mit krassester Eindeutigkeit auf die Tatsachen stößt (wobei ich finde, dass ein "Hostel" neben "Hotel" durchaus seine Berechtigung hat).
"Hotel" ist eine kleine, verborgene Perle, die leider von der Mehrheit übersehen werden wird .

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