Irene beginnt in einem abgelegenen Hotel eine neue Anstellung als Hotelfachfrau. Nachdem Sie sich nach ein paar Tagen eingelebt hat erfährt sie, dass ihre Vorgängerin auf unerklärliche Weise verschwunden ist…
Soviel zur Geschichte: Ein einfacher Plot, eine bekannte Konstellation, aber die filmische Umsetzung ist einzigartig.
Bereits nach wenigen Bildern muss sich der filmerprobte Zuschauer fragen, ob in den österreichischen Bergen auch ein „Overlook Hotel“ eröffnet hat. Obwohl prinzipiell wenig passiert und die Kamera nur als stummer Begleiter der Protagonistin bei ihren dienstlichen Tätigkeiten fungiert, wartet man gebannt und erwartungsvoll darauf, was als Nächstes (nicht) passiert. Egal ob es die abendliche Schwimmeinheit, das Flanieren über die langen Gänge des Hotels oder nur die nächtliche Zigarettenpause ist: Es fällt sehr schwer, sich der gleichermaßen beklemmenden wie faszinierenden Atmosphäre dieses Films zu entziehen.
Ohne Zweifel gehören die Werke von David Lynch zu den Vorbildern der Wiener Regisseurin - die Filme des amerikanischen Visionärs standen hinsichtlich Kameraführung und Inszenierung definitiv Pate.
Das offene Ende kommt sicherlich abrupt und lässt den Zuschauer auf den ersten Eindruck ein wenig unbefriedigt zurück, passt aber insofern zur ganzen Erzählweise, die fortwährend reichlich Raum zu Interpretation lässt.
Eine abschließende Bewertung fällt schwer, aber alleine die düstere Grundstimmung und das sensible Spiel von Franziska Weisz lohnt für alle Fans oben genannter Beiträge, zumal sich der Streifen mit gerade mal 73 Min. Laufzeit schnell mal zwischendurch einschieben lässt... dafür aber umso länger nachwirkt.
7 / 10