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Bei den Proben zu einem Musiktheater seilen sich zwei Tänzerinnen heimlich ab, um einen Arzt aufzusuchen. Als sie zurückkommen, bringen sie, ohne es zu ahnen, aus der Klinik den psychopathischen Massenmörder Irving Wallace mit, der in dem Theater wieder zu morden beginnt. Der Regisseur versucht aus dem ersten Todesfall noch Kapital zu schlagen und hofft auf eine spektakuläre Presse, die seinem abgehalftertem Ensemble zu einem vollem Haus verhelfen soll. Doch schon bald sitzt dieses in dem verriegelten Theater in der Falle und der Psychopath dezimiert die Anwesenden. Die Story ist damit nicht viel ausgefallener, als in vielen anderen Slashern, die Umsetzung kann jedoch überzeugen. Die sonst so gerne repetierte Film-im-Film-Idee wird auf die Bühne verlagert, wo der gespielte Killer schon mal unbemerkt durch den echten Killer ersetzt wird. Giovanni Lombardo Radice, eher bekannt als Bösewicht wie in "Die Rache Der Kannibalen" ist als tuntiger Tänzer ohnehin nicht gerade die richtige Besetzung (für ein Bühnenstück), tougher gibt sich da schon Barbara Cupisti als Hauptfigur Alice, die sich mit aller Kraft ihres Lebens erwehrt. Die schönen Jagdszenen bieten viel Atmosphäre und Spannung, dabei sind die einfachen, aber effektiven Studiobauten des Theaters mit seinen Gängen ideal geeignet. Michele Soavi versteht es, mit seinen Kamerafahrten einen guten Beitrag zum Genre abzuliefern, der ganz ohne die oft übliche Teenienummer auskommt. Offensichtlich hat er einiges bei seiner Assistententätigkeit bei Dario Argento gelernt und zeigt schon in seinem Spielfilmdebut sein Talent. An Kunstblut gibt es auch einiges zu sehen, allerdings meist eher harmlos umgesetzt, abgesehen von einem Bohrer z.B., der einen Körper durchbohrt. Spitzhacke hin und Kettensäge her, es sind weniger die gelegentlichen Gorequalitäten, die "Aquarius" zu einem Theater des Grauens machen, als schön inszenierte Settings, wie ein Bühnenbild als Stilleben mit Killer, inmitten von Körperteilen seiner Opfer oder auch "echtes Blut", das sich mit Theaterblut in der Schminke vermischt. Die gespenstische Hatz hinter und auf der Bühne offeriert keinen definiert motivierten Serienkiller, der ist eben einfach durchgeknallt. So gibt seine Identität von vornherein keine Rätsel auf und die soliden Darsteller mimen auch keine ausgefeilten Charaktere. Neben "Dellamorte Dellamore" ist dieses sicher einer der besseren Filme von Soavi, der allerdings noch nicht an die fotografischen Qualitäten seines Friedhofshorrors herankommt.

Fazit: Bei aller Einfachheit und Überschaubarkeit des Drehbuches holt Soavi richtig viel Slasherstimmung heraus. 6/10 Punkten

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