„Stage Fright“ war der erste richtige Film von Michele Soavi. Und man muss sage, sein erster Film ist ihm direkt gelungen.
Eine Theatergruppe probt noch vor ihrem großen Auftritt ihr Stück noch mal in voller Länge. Dabei verletzt sich eine Schauspielerin, so dass diese mit einer Kollegin ins Krankenhaus fährt. Sie landen statt im Krankenhaus in der Psychiatrie. Dort wird gerade der verrückte Mörder Irving Wallace eingeliefert. Die Schauspielerin wird dort aber verarztet, in der Zwischenzeit kann sich Wallace aus seiner Zelle befreien und reist im Auto der beiden zurück zum Theater. Dort wird auch direkt eine der beiden Frauen, Betty, ermordet. Die Polizei kommt, alle sind betroffen und die Polizei ist auf der Suche nach Wallace, findet ihn aber zunächst nicht. Dies schreckt den Regisseur Peter aber nicht davon ab, weiter zu proben und seine Leute auch noch einzuschließen. Den Schlüssel gibt er einer Frau, die ihn verstecken soll. Das tut sie auch, nur fällt sie Wallace als nächstes zum Opfer. Nun hat die Theatergruppe Pech, keiner weiß wo der Schlüssel ist, das Telefon funktioniert nicht und Wallace ist im Theater und findet genug Requisiten, mir den er die Leute töten kann. Einer nach dem anderen muss dran glauben.
Soavis erster Film, gleich ein Slasher, ist eine Offenbarung für jeden Fan dieser Filmart. Der Aufbau des Films ist langsam und steigert sich immens. Richtig los geht der Film natürlich, als der Verrückte Wallace aus der Psychiatrie ausbricht. Dazu kommt noch das Theater, in welchem die Schauspieler eingeschlossen sind, was zusätzlich noch Spannung bringt, da ein fliehen vorerst nicht möglich ist und man zu jeder Zeit auf den Killer treffen kann. Wie in Slasherfilmen üblich, bekommt auch dieser eine Maske, diesmal ist der Killer eine riesige Eule.
Hauptaugenmerk bei einem Slasher sind natürlich die blutigen Morde, und auch bei Soavi ist es natürlich nicht anders. Der erste Mord ist schon ziemlich hart, danach geht es noch einmal ruhiger zu, danach aber lässt Soavi den Killer auf die Schauspieler los. Dabei geht es teilweise richtig rund, gegen manche Morde stinkt z.B. ein Jason aus Freitag, der 13. ganz schön ab. Der Killer hat aber auch eine Menge an Materialien wie Messer, Axt, Kettensäge, Bohrer usw.
Da die Szenen teilweise recht drastisch sind, drehte Soavi manche Mordszenen zweimal, einmal als Soft-Version, die andere eben als harte Version. Z.B. steht der Killer im Theater einmal unter einer Frau und packt sie, in der softeren Version fällt sie einfach durchs Loch, in der härteren Version...seht selbst. Man muss zugeben, dass Soavi hier wirklich ein Slasher der ganz harten Sorte gelungen ist.
Was mir auch noch sehr gut gefallen hat ist, wenn der Mörder gegen Ende seine ganzen Opfer zusammenträgt und sich dann ruhig dazusetzt und eine Katze streichelt. Selten wurde ein wahnsinniger Mörder so genial dargestellt wie in dieser Szene von Soavi. Er sitzt ruhig da mit seiner Eulenmaske, halt wie ein Wahnsinniger.
Leider hat der Film auch einen ganz großen Nachteil, die Opfer sind nach einer guten Stunde alle verbraucht und wir haben noch 25 Minuten vor uns. Da kommt einen der Gedanke, da hätte Soavi ruhig noch ein bis zwei Schauspieler opfern können.
Dennoch gefällt der Film, auch das Ende kennt man aus anderen Filmen, trüben aber den Filmspaß nicht. Wenn man dann noch zu der richtigen Version greift wie z.B. die AB-Fassung, wo der Film in seiner harten Fassung noch mal neu vom Originalmaster gezogen wurde, kommt gerade in den harten Szenen Spaß pur auf, da in den deutschen Fassungen die ich kenne, das Bild gerade dort unglaublich schlecht wurde, eben reingeschnitten, da die alte deutsche Fassung natürlich auf der softeren beruhte und immer noch geschnitten wurde.
Die Filmmusik hat mir wie so oft in italienischen Filmen wieder sehr gut gefallen, da hat Soavi auch wieder was gutes von Argento gelernt.
Fazit: Ein sehr guter italienischer Slasher, der seinen amerikanischen Kollegen a là Jason usw. in nichts nachsteht. Einzigster Kritikpunkt ist wie gesagt das frühe ableben der Opfer, aber dafür erhält man vorher einen Slasher der härteren Sorte. Für Slasherfans ein absolutes Muss!