Review

Warnung: Diese Review beinhaltet Spoiler und sollte deshalb nur von Leuten gelesen werden, die den Film noch nicht gesehen haben!!!
Michael Soavis erster Langspielfilm ist ein sehr solider Slasher, der neben guter Kameraarbeit und recht harten Mordszenen auch durch sein geschicktes Spiel mit zwei verschiedenen Realitätsebenen zu überzeugen vermag.

Zu Beginn sieht man eine Prostituierte in einer heruntergekommenen Straßenszene, plötzlich wird diese von hinten in einen Hauseingang gezogen, als nun laute Musik einsetzt und andere Schauspieler auf der Szene auftauchen und beginnen einen Tanz zu vollführen, fährt die Kamera zurück und offenbart dem Zuschauer, dass er sich bei den Proben zu einem Musical über einen Serienkillern in einem Eulenkostüm befindet und sich alles bisher gesehene in einer Theaterkulisse abgespielt hat.
So geschickt wie Soavi den Zuschauer in dieser ersten Szene in die Irre geführt hat, setzt er sein Spiel fort:
Als die Schauspielerinnen Alicia sich am Bein verletzt, fährt sie mit ihrer Freundin Laura in das nächste Krankenhaus, das zufällig eine psychiatrische Klinik ist, in der der Schauspieler Erwin Wallace der mehrere Menschen getötet hat, sitzt.
Wallace flieht an diesem Abend aus der Klinik und fährt unbemerkt mit den Beiden ins Theater, wo der Killer nun beginnt einen nach dem anderen der Crew zur Strecke zu bringen...

Geschickt zeigt Soavi wie der geldgeile Regisseur des Stücks den wahren Killer, der ja bezeichnender weise auch Schauspieler ist quasi selbst in das Musical integriert: nach dem der erste Mord begangen wurde, lässt er weiter Proben und verkündet, dass der Killer im Stück nun Erwin Wallace heißen soll, um so aus dem Mord Profit zu schlagen.
Immer wieder wird die Linie zwischen den zwei Wirklichkeitsebenen, zwischen Theaterstück und Realität, wie schon am Anfang des Films, durchbrochen.
Besonders beeindruckend ist eine Szene in der der Killer , während der Probe vor versammelter Mannschaft eine Schauspielerin tötet, während alle zusehen und glauben es wäre nur gestellt und der Regisseur des Stücks sichtlich begeistert ist von der "schauspielerischen Leistung" seiner "Darsteller".
Soavi hat es geschafft mit einem wohl recht niedrigen Budget einen tollen Slasherfilm zu machen, der mit einer düsteren Atmosphäre, einigen guten Kamerafahrten und jeder Menge Spannung aufwarten kann.
Hierzu trägt die Kulisse des Theaters in dem über 80% des Films spielen mit ihren dunklen Ecken und langen Gängen entschieden mit bei.
Auch an die Gorehounds wurde gedacht, denn die Morde sind ziemlich blutig und (größten Teils) gut umgesetzt. besonders der Mord mit der Bohrmaschine in bester "Driller Killer "- Manier dürfte gefallen.

Schliesslich ist der Film, so wie etwa "Cannibal Holocaust" oder "Videodrome" ein Beitrag zur endlosen Diskussion über mediale Gewalt.
8/10

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