DOPPELGANGER lautet der höchst aussagekräftige Titel dieses denkwürdigen Streifens, der inzwischen durch die stattliche Anzahl von unzähligen DVD-Veröffentlichungen von immerhin neun (!!!) verschiedenen Vertriebs-Firmen einen seltsamen Nimbus der filmischen Wichtigkeit im Thriller-Genre erreichen konnte - was ihm alleine aufgrund der inhaltlichen Qualität wohl nie gelungen wäre. Aber Eins nach dem Anderen.
MASK OF MURDER 2 (Alternativtitel) erzählt die Geschichte der jungen Holly Gooding (Drew Barrymore), die sich bei Drehbuchautor Patrick Highsmith (George Newbern) häuslich zur Untermiete einnistet. Fortan ändert sich sein Leben von Grund auf: Gleichermaßen vom Auftreten der mysteriösen Unbekannten fasziniert und schockiert scheint Holly ein seltsames Spiel zu spielen, bei dem Patrick, bald nicht mehr weiss, wem oder was er glauben soll. Die rätselhaften Ereignisse häufen sich, als er sich auf die Suche nach der grauenvollen Wahrheit um ihre Person macht...
Regisseur Avi Nesher führt in seinem Lebenswerk solch bedeutungsschwangere Titel wie „NAMELESS - TOTAL TERMINATOR" oder „RACHE - SÖLDNER DES TODES" - dementsprechend sind etwaige Erwartungshaltungen an die Qualität des vorliegenden Streifens sofort nach unten zu korrigieren. Spätestens als der erste Schauspieler seine Klappe aufreißt weiss man, wo der Hase läuft. Aber die Bruno-Synchro bleibt nicht das einzige Manko - Alles ist billig: Fragwürde Höhepunkte stellen der künstliche Wind (Brecher vor dem Herrn!), die „vibrierende Wohnung in der Nähe einer Truck-Teststrecke" und die Ober-Psychologin dar, die als Chef einer Telefonsex-Agentur nebenbei das Wesen von Doppelgängern erforscht - man hat ja sonst nix zu tun. Drehbuchautoren auf Crack oder nächtliche Fieberträume einer gescheiterten Persönlichkeit (Regisseur)? Man weiss es nicht - wer jetzt noch auf eine filmische Offenbarung hofft, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.
Einsames Highlight jener durchgeknallten und mit Logiklöchern übersäten Geschichte bildet der sagenhafte Schluss. Ich möchte ja an dieser Stelle nicht zuviel verraten (ACHTUNG: Spoiler!)... aber der Streifen hat gezwungenermaßen Anspruch auf den Titel des schwachsinnigsten Endes der Filmgeschichte. O.K. - ich muss zugeben es kommt verdammt noch mal überraschend. Aber warum versucht man, einen lahmen unterdurchschnittlichen Krimi in den letzten fünf Minuten durch eine Horror-Splatter-Auflösung zu retten, die einem David Cronenberg alle Ehre gemacht hätte? Unfassbar, da bleibt einem echt die Spucke weg!
Alles was zum Schluss übrig bleibt ist ein ungläubiges Staunen über die finale Auflösung, unfreiwilliger Humor bis zum Abwinken und die linke Brust von Drew Barrymore. Letztere wird über die Mitwirkung an diesem kruden Machwerk sicherlich im Nachhinein nicht dermaßen erfreut sein wie ihre Fans, die dadurch die Gelegenheit auf die ein oder andere freizügige Szene des Stars haben.
Die zum Schluss hin mit reichlich Blut und Splatter abgeschmeckte Horror-Gurke möchte gerne Kult sein, bleibt aber Trash ohne Klasse und wird in der hintersten Videotheken-Ecke vergammeln. Meinen Segen hat der Film dazu!
(3/10)