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Aus der nicht enden wollenden Welle von 80er-Jahre-Teenie-Slashern ging auch dieses billig produzierte Machwerk hervor: Zum Memorial Day-Wochenende soll ein Campingpark in einem entlegenen Winkel der Natur eröffnet werden. Mysteriöse Hinweise werden von den Betreibern ignoriert - etwa der Fund eines toten Hundes in einem Wassertank. Das jedoch erweist sich als tödlicher Fehler: In der gottverlassenen Einöde hat seit Jahrzehnten ein verwilderter Mensch seine Heimat gefunden - und der fühlt sich von den anrückenden, lärmenden und Müll produzierenden Besuchern massiv gestört und bedroht. Mit blutigen Fallen und grausamer Gewalt beginnt er sich zu wehren - ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.

Für diesen Billig-Streifen braucht man definitiv ein Herz für Trash-Filme: In jeder Sekunde sieht man dem Film seine kostengünstige Inszenierung an. Die Kameratechnik reicht nur für grobkörnige, verwaschene Bilder, der Sound wirkt hohl und blechern, das Drehbuch bietet allerhand unsympathische Klischee-Figuren, die von wirklich miesen Darstellern hölzern und ungelenk verkörpert werden. Von den gestelzten Dialogen gar nicht zu reden. Ein echter Tiefpunkt unfreiwilliger Komik stellt der "Waldmensch" dar: Mit lächerlichem falschem Gebiss, wilder Zottelmähne und Lendenschurz à la Tarzan springt und kriecht er durch die Gegend, macht auch mal einen völlig sinnlosen Salto vom Baum herunter oder kuschelt mit Kaninchen und Ratten. Angesichts der Lächerlichkeit dieser Rolle fragt man sich schon, wie verzweifelt ein Schauspieler sein muss, um sie anzunehmen.

Und so nett diese Variation des üblichen Teenie-Slashers auch ist, die Umsetzung scheitert grandios. Die mögliche Zivilisationskritik, die die Storyanlage bieten könnte, verläuft komplett im Sande - klar, die Touristen sind größtenteils Unsympathen, die auf Naturschutzregeln pfeifen und sich auch gegenseitig das Leben schwer machen. Aber wenn nach einer gefühlten Ewigkeit, die mit langweiligen und bedeutungslosen Dialogen und Pseudo-Konflikten zwischen den Figuren gefüllt wird, endlich das - zugegebenermaßen - blutige Morden beginnt, schlägt sich der Film bedingungslos auf die Seite der modernen Menschen. Auch handeln sowohl Opfer als auch Waldmensch des öfteren komplett unglaubwürdig - dieser Wilde hat sein ganzes Leben außerhalb der Menschenwelt verbracht, weiß aber sofort, wie er den Motor eines Autos außer Gefecht setzt und sogar die Gasleitung eines Wohnwagens manipuliert. Derartige Logikfehler zerstören jeden Ansatz von Spannung im Keim.

Vor dem völligen Absturz rettet das "Memorial Valley Massacre" nur eine kleine Reihe von erstaunlich aufwendigen Szenen, die gar nicht so recht in so ein primitives Filmchen zu passen scheinen: etwa der beeindruckende Einsatz eines echten Bären, die durchaus professionell inszenierte Explosion eines Wohnwagens oder ein spektakulärer Feuer-Stunt gegen Ende des Films. Auch die Schlussszene erweist sich als erstaunlich tragisch und offenbart einen Hauch von Tiefgründigkeit, die man hier weiß Gott nicht mehr erwartet hätte.

Diese Aspekte verpuffen aber vor der schieren Langeweile der ersten 60 Minuten und der viel zu billigen Inszenierung sowie den argen Peinlichkeiten der Darstellung des Waldmenschen. Als blutiger 80er-Slasher kann er für Genre-Freunde einen Blick wert sein, allerdings sollten selbst die einen Hang zum ausgemachten Trash haben. Alle anderen werden damit wohl eher wenig anfangen können.

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