"Mephisto Waltz" ist ein eher zurückhaltender Gruselfilm mit recht ästhetischer Optik, der aber letztlich kaum Spannung erzeugt. Alan Alda und Jacqueline Bisset werden schön-gelangweilt in exklusiven Räumlichkeiten präsentiert und der "nordische Kleiderschrank" Curd Jürgens ist in einer "Ich war nicht mehr ganz jung und brauchte trotzdem das Geld"-Rolle als Pianist zu bewundern. Natürlich ist er in seiner Rolle "vielleicht der beste Pianist, der jemals gelebt hat"... - ohne solche Übertreibungen kommen Filme wohl nicht aus. Sein offenbares Lieblingsstück ist Liszts Mephisto-Walzer, ein scheußliches Virtuosen-Klimperstück, wenn ich das hier mal so sagen darf. Später gibt es auch noch was von Mozart zu hören - hat mir auch nicht gefallen.
Duncan Ely, so der Name von Jürgens' Rolle, liegt im Sterben und will dem jungen Pianisten und Musikjournalisten Myles (Alda) seine Seele implantieren, um so weiterzuleben. Außerdem will er die Beziehung zu seiner Tochter (!) weiterführen - und was mit seinem Hund los ist, danach wollen wir gar nicht erst fragen. Alle, die dabei im Weg sind, werden aus selbigem geräumt, indem ihnen ein wenig blaue Ölfarbe auf die Stirn gekleistert wird, worauf sie dann auf hochmysteriöse Art und Weise dahinscheiden. Ja, sind wir denn hier bei Jess Franco, oder was? Nein, denn nackte Haut gibt es auch kaum zu sehen.
Horrortechnisch ist hier eigentlich gar nichts los, gruselig-absurd wirkt immerhin ein Hund mit menschlicher Maske. Aber das Geschmiere mit der blauen Farbe ist einfach lächerlich. Ebenso das Drehbuch, z. B. stirbt die Tochter von Alan und Jacqueline, aber das scheint ihnen kaum was auszumachen und wenig später sieht man sie schon wieder auf Parties herumtanzen. Wenigstens ist das Ende einigermaßen konsequent, dadurch kann der Film noch etwas punkten.
Wer ein buntfarbenes Gruseldrama mit ein bisschen Satansgetue und recht schönen Bildern und Darstellern sehen will, kann einen Blick riskieren, aber das große Fürchten bleibt aus.