Wenn es eine filmische Disziplin gibt, in der die amerikanischen Filmemacher den deutschen meilenweit überlegen sind, dann ist es der (gern patriotisch angehauchte) Sportfilm. Oder erinnert sich noch jemand positiv an „Manni, der Libero“?
Im Gegensatz zu diesem Machwerk teutonischer Filmkunst gelingt es den Amerikanern immer wieder enorm erbauliche Filme über deren Lieblingssportarten zu drehen. Ob man diese Art von Film mag, oder nicht steht auf einem anderen Blatt. Wenn man den „Sportfilm“ als Genre betrachtet, kommt man um die Amis einfach nicht herum.
„Friday Night Lights“ ist ein (beinahe) typischer Vertreter dieser Art von Film, deren Storylines sich erstaunlicherweise beinahe immer nur partiell unterscheiden:
„Ein Außenseiterteam hat eigentlich überhaupt keine Chance, wächst über sich hinaus und gewinnt, was es zu gewinnen gibt.“ Garniert wird dieser Eintopf mit einigen Einzelschicksalen der Sportler und fertig ist das filmische Fast Food.
In vielen Bereichen gleicht „Friday Night Lights“ diesem Stereotyp wie ein Ei dem Anderen... Aber eben nicht in allen Bereichen. Zunächst kann man festhalten, dass die Handlung des Filmes auf wahren Begebenheiten beruht. Dies bedeutet, dass es das besagte Footballteam aus Odessa, Texas wirklich gegeben hat. Insofern muß man die größte Besonderheit von „Friday Night Lights“ der von den Machern angestrebten Authentizität zurechnen: -ACHTUNG SPOILER- Das Team gewinnt am Ende nicht die Meisterschaft. Gänzlich unspektakulär gewinnt das Team trotz Ausfall des Starspielers (noch so ein Klischee) zwar einige Spiele, doch gegen den ersten scheinbar übermächtigen Gegner reicht es nur für eine knappe Niederlage. –SPOILER ENDE-
Bemerkenswert ist zudem, dass die Schauspieler, die die Spieler darstellen zwar alle gänzlich unbekannt sind, aber den Vorbildern sehr ähnlich sehen (zu sehen im netten Bonusmaterial der DVD, in dem die echten Spieler zu Wort kommen). Dieses Casting ist durchaus bemerkens- und lobenswert, aber dennoch eine der Schwächen des Films, denn bis auf Billy Bob Thornton, der in seiner Rolle als Coach leider blaß bleibt, sind keine bekannten Schauspieler dabei. So fällt die Wiedererkennung und Identifikation mit den Spielern anfangs etwas schwer.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass Regisseur Peter Berg ein guter Sportfilm gelungen ist, der vor allem mit dem für dieses Genre ungewöhnlich hohe Maß an „gefühlter Authetizität“ punkten kann. Leider ist die Story aus eben jenen Gründen nicht sehr aufregend. So wundert es am Ende auch nicht, dass aus den damaligen Spielern kein Footballstar hervorgegangen ist, sondern nur „ganz normale“ Karrieren. Aus diesem Grunde ist „Friday Night Lights“ nur ein solider Sportfilm, der Fans des Genres und des American Footballs zwar begeistern kann, sich aber z.B. nicht mit „Varsity Blues“ messen kann, der wesentlich mehr Emotionen beim Zuschauer weckt, obwohl die Storylines der beiden Filme sehr ähnlich sind.
FAZIT:
6/10