Review
von Leimbacher-Mario
Robonator light
„The Vindicator“ anzusehen, ohne an Verhoevens Robo-Polizisten zu denken, streift die Unmöglichkeit. Doch er ist ein Jahr vorher erschienen und kann sich deshalb nicht allzu sehr am Meilenstein des Holländers orientiert haben. Macht nix, von „Terminator“ bis „Frankenstein“, von dem er sich zuerst als „Frankenstein '88“ sogar den Namen leihen sollte, sind auch so noch genügend Beweispunkte fehlender Kreativität zu finden. Zum Verzehr zwischendurch geeignet ist dieser futuristische B-Actioner dennoch. Mit Einschränkungen... Es geht um einen Wissenschaftler, der von seiner Firma bei einem „Laborunfall“ geopfert wird. Doch der völlig entstellte und mit einer Art Weltraumanzug verschmolzene werdende Vater (!) überlebt auf sensationelle Weise, nur seine Augen bleiben unversehrt, da er eine Brille trug (!). Nun schwört er natürlich Rache, als er herausfindet, was sein Großkonzern wirklich für kranke Spiele spielt. Fluch und Segen zugleich, dass er alles aggressiv niedermäht, dass ihn berührt...
Was klingt wie eine trashige Materialschlacht, ist Videothekenmassenware reinster Sorte, die entsprechende „Gourmets“ durchaus zu schätzen wissen und zu mögen lernen können. Zu dieser Gruppe zähle ich mich auch. Ein annähend guter Film wird dadurch aus diesem Restmüllman dennoch nicht. Dazu hat man sowas einfach schon zu oft gesehen, in 7 von 10 Fällen besser. Die Effekte sind im besten Fall bemüht, die Darsteller ebenso und wirkliche Action sucht man vergebens. Einzig der witzige Anzug an sich und Pam „Foxy Brown“ Grier als hartnäckige Jägerin bleiben im Gedächtnis. Und ein paar dilettantisch ins Bild lugende Mikros. Ja, auf diesem Niveau ist „The Vindicator“. Ich habe euch gewarnt. Das ist nichts, woran ihr auf eurem Sterbebett zurückdenkt und grenzt an Zeitverschwendung. Eine kleine Portion Charme und Wahnsinn schwimmt jedoch immer mit und könnte von den richtigen Leuten geschätzt werden. Mit einem Auge zu. Ungefährliche Einschlafhilfe.
Fazit: ein billiger Robocop-Verschnitt, der seinem „Vorbild“ seltsamerweise ein Jahr voraus hat. Dennoch: „The Vindicator“ bleibt im besten Fall ein akzeptabler B-Movie, im schlimmsten Fall ein unnötiger Abklatsch vieler, schonmal besser umgesetzt gesehener Ideen. Naja.