Review

“August Underground” entstammt demselben Dunstkreis wie der später gedrehte “Mordum” und auch “Murder-Set-Pieces” – Alle drei sind Filme die jegliche Konventionen geradezu verächtlich ignorieren und in neue Dimensionen von Perversion, Abartigkeit und Exploitation vordringen. Den Anfang machte vorliegendes Werk und der bekanntere „Mordum“ setzte knapp zwei Jahre später noch eins drauf. „August Underground“ und „Mordum“ sind beide Real Snuff – Experimentalfilme ohne jeglichen Sinn, alles was gezeigt wird dient nur zur Provokation. Und wenn den Machern eins gelngt, dann ist es zu polarisieren, selbst unter eingefleischten Genrefans spalten sich die Meinungen über solch extremen Wahnsinn.

All die kranken Einzelheiten hier aufzulisten ist unnötig denn was hier veranstaltet wird muss man schon mit eigenen Augen sehen. So schockierende und authentische Schockszenen habe ich jedenfalls noch nicht gesehen und im Gegensatz zu „Mordum“ konnte mich dieser Film nicht nur anwidern sondern auch schocken und sogar unterhalten. Natürlich ist im eigentlich kein Unterhaltungswert vorhanden, der Nachfolger ging mir aber bereits nach einigen Minuten schwer auf die Nerven. Doch wer auf Werke wie „August Underground“ stößt sucht auch garantiert keine leichte Unterhaltung, Mainstreamer sollten wenn sie zufällig mal drauf stoßen einen großen Bogen machen, denn hier gilt:Wo Underground drauf steht ist auch Underground drin.

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass mir dieser Film besser gefallen hat als „Mordum“, irgendwie wird mit den gleichen Mitteln eine weitaus bessere Atmosphäre erzeugt. Der komplette Stil wird hier schon kreiert: Verwackelte Kamera, körnige Bilder und keine technischen Feinheiten. Weder die Ausleuchtung, noch der stümperhafte Schnitt oder die durchwachsene Tonqualität bemüht sich um künstlerische Qualität, alles ist ausgerichtet auf den reinen Ekel und Schock. Selbst Freunde des Terrorfilms dürften angesichts der schier unglaublichen Menschenverachtung vor den Kopf gestossen werden, solch ein schriller präsentierter Sadismus findet sich nur selten.

Was „August Underground“ aber wirklich auszeichnet ist die Leistung der Darsteller, die Täter und die Opfer geben sehr intensive Vorstellungen ab, was aber nicht verwunderlich ist wenn man bedenkt aus welch extremen Kreisen die Macher kommen. Doch die glaubwürdigen Darsteller und die krassen Effekte sind die größten Pluspunkte dieses Films, da gibt es absolut nichts auszusetzen.

Fazit: Als Exploitationfan muss man „August Underground“ gesehen haben, meiner Meinung nach in allen Belangen besser als „Mordum“ ausgefallen. Daher trotz aller Fragwürdigkeit 07 /10 – der beste Real Snuff Film der mir je untergekommen ist, an Intensität jedenfalls kaum zu steigern.

Details
Ähnliche Filme