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Dem Titel dieses Filmes kann man entnehmen, dass er nie das Mainstreampublikum erreichen wird. Aber das ist auch gut so, denn viele Menschen würden mit den in diesem Film gezeigten Perversionen und Abartigkeiten nicht klar kommen. Dieser Film bietet eine solche Menschenverachtung, dass der Marquis de Sade glatt neidisch werden könnte, da der Film den Zuschauer in eine Welt aus Perversion und Abartigkeit hineinversetzt. Der „Mordum“ Vorgänger dient nur zur reinen Provokation und ignoriert jegliche Konventionen. Anders als bei Filmen wie „Subconscious Cruelty“ oder „Motilation Man“, die den Zuschauer auch nur aufgrund ekelhaftester und extremster Szenen schockieren wollen, setzten „Mordum“ und „August Underground“ eher auf den Real-Snuff Faktor. Dies entsteht durch die Benutzung einer Handkamera anstatt professionellem Equipment. Ungeschliffene und körnige Bilder, nahezu nicht vorhandene Beleuchtung, amatuerhafter Schnitt (Fade-outs etc.) und rieselnde Tonqualität sind absichtlich qualitativ niedrig gehalten. Es muss genügen, die Schockeffekte gut und vor allem realistisch festzuhalten, was mit der angewandten Amateurtechnik auch gut gelingt. Aber nicht nur der minimalistisch geführten Handkamera ist es zu verdanken, dass der Zuschauer eine Mischung aus Ekel und Schock erlebt, auch die Leistung der Schauspieler, vor allem die der Opfer, lässt die Morde und Folterungen sehr realistisch aussehen. Zur Story des Filmes kann man nichts erzählen. Es wird zwar Anfangs versucht, eine flüssige Story in den Film einzubringen, dieses Vorhaben wird jedoch sehr schnell durch reine Perversionen ersetzt. Was will man auch mit einer Story bei einem mit Handkamera gedrehtem Experimentalfilm, dessen einziges Ziel es ist, den Zuschauer zu schockieren und anzuekeln. Denn ganz so wie andere Schocker des Genres ist „August Underground“ nicht, was jedoch nicht schlecht sein muss. Denn anstatt nur mit einer Ekelhaften Szene nach der anderen zu kommen schafft der Film es auch, dass der Zuschauer in einer Art Mischung aus Schockzustand und Faszination gefangen ist. Fazit: Wenn ein Film nicht nur vom Mainstreampublikum gemieden wird, sondern es auch schafft, dass Genrefans sich polarisieren, dann muss es sich um ein echtes Schmuckstück handeln. Genau wie „August Underground“. Beschreiben kann man nur den Stil, mit dem der Film verwirklicht wurde, alles andere wäre zuviel. Man muss sich diesen Film schon selber anschauen, um sich ein Urteil zu bilden. Was man aber im Voraus sagen kann ist, dass die Schauspieler gute Arbeit geleistet haben und die technischen Mittel das Geschehen so einfangen, dass Realismus garantiert ist.

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