Review

Den Kids fällt heutzutage anscheinend auch gar nix gescheites mehr ein…
Bestes Beispiel: „August Underground“ – der Auftakt zu einer kleinen Fake-Snuff-Filmreihe apokalyptischen Ausmaßes.
Und das bezieht sich jetzt sowohl auf die Härte der dargestellten Gewalt, als auch auf die Art und Weise WIE die Gewalt dargestellt wird.
Gedreht wurde nämlich im semi- bzw. pseudo-dokumentarischen Stil, ergo: alles rüttelt, ruckelt und wackelt, die Bildquali ist schlechter als die vom ersten Teil von „Violent Shit“, im Klartext: man sieht sehr oft nur körniges Schwarz und erkennt gar nicht, was gerade gespielt wird.
Doch die Quintessenz des Ganzen: alles wirkt tatsächlich sehr, sehr realistisch und wüsste ich es nicht besser, käm ich wahrscheinlich wirklich ins Grübeln, ob es sich bei den gezeigten Grausamkeiten nicht evtl. doch um ein von moralisch total abgedrifteten Jugendlichen runtergekurbeltes Killertape handelt.

Die Story:
Gibt es keine. Es geht just um zwei Twens (um Protagonist Fred Vogel [auch Regie] und dessen meist hinter der Kamera agierenden Kumpel), die in einem kleinen Kaff in einer völlig versifften Junkiebude hausen und es sich zum Hobby gemacht haben, irgendwelche Leute entweder zu sich einzuladen, oder zu kidnappen, und diese dann aufs Übelste zu demütigen und zu Tode zu foltern.
Der Streifen gliedert sich also einfach in aufeinander folgende Folterarien, zwischendurch geh’n die Beiden auch mal auf das Konzert einer KoRn-Coverband, lassen sich tätowieren oder besichtigen eine Modeleisenbahnausstellung (???),
im Großen und Ganzen wird aber nur gemetzelt, was sich in folgende Sequenzen einteilen lässt:

- das gekidnappte Pärchen im Keller
Eine an einen Stuhl gefesselte Tussi wird mit Fäkalien eingerieben, dann wird sie gezwungen, den abgeschnittenen Zeh ihres Freundes zu essen, und ihr wird eine Brustwarze abgeschnitten

- die Anhalterin
Hier spielen die beiden Psychos „Bangbus“: erst muss das Mädel ihre Titten zeigen, dann das Bermuda-Dreieck, dann wird geblasen, dann gekillt.

- die Tankstelle
Mitten in der Nacht überfallen unsere beiden „Natural Born Psycho Killers“ eine Tankstelle, nehmen die anwesenden Kunden als Geisel, zwingen diese einander am Hinterteil zu schnuppern und bringen schlussendlich alle um (war ja klar, oder!?)

Dazwischen finden sich noch kurze Intermezzos von den beiden aufm Friedhof, wie sie Jesus untern Rock schauen, oder wie viel Spaß man doch selbst beim Leichenzerteilen haben kann.
„August Underground“ ist also ein wirklich böser Film und zwar wirklich durch und durch.
Das Niederträchtigste und Makaberste, sprich: das was einem beim Schauen so richtig krass in die Eingeweide tritt, sind aber 1.) die Beiläufigkeit, mit welcher hier ein Menschenleben ausgeknipst wird, und 2.) die Freude, mit denen die beiden Sickos ihr blutiges Werk verrichten.
Todesangst und Schmerzensschreie der Opfer werden mit Gelächter und abwertenden Witzen kommentiert, und wenn sich eine Geisel vor Angst oder just, weil sie bereits Tage lang an einen Stuhl gefesselt ist, in die Hose macht, sorgt auch das für allgemeine Erheiterung.

Ergo:
Mitunter das Kränkeste, Abtrünnigste und Böseste, was ich je zu Gesicht bekommen hab, und so was wie eine Mischung aus „Natural Born Killers“, „Mann beißt Hund“ und „Guinea Pig“.
Auf den ersten Blick natürlich schon übelst Gewalt verherrlichend und menschenverachtend (auf den zweiten auch, den dritten auch…), andererseits aber auch ein mehr als geglücktes Experiment, wie weit man im Film so gehen kann.
Und eines ist auch gewiss:
Im Gegensatz zu dem nichts sagenden, halbgaren und inkonsequenten Mainstream-Foltergemüse (á la „9mm“ oder „Hostel“), dem man die Unechtheit einfach zu jeder Sekunde anmerkt, geht dieser Kinder fressende Bastard von Film garantiert nicht spurlos an einem vorüber.

Fazit:
Fake-Serienkiller-Doku wie sie realistischer und böser kaum ausfallen könnte.
Dass in Punkto Widerwärtigkeit aber tatsächlich noch eine Steigerung möglich ist, hat Fred Vogel ein paar Jahre später mit „Mordum“ bewiesen.
In Sachen „Authentizität“ ist der Hundling hier aber eindeutig sein Meisterwerk.

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