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"August Underground" ist in gewisser Weise ein Phänomen. Der Film ist vom Handwerklichen her nämlich eigentlich unter aller Sau. Die Bildqualität ist schlecht, die Kamera absolut verwackelt und das Ganze ist mit nur wenigen Kameraeinstellungen abgedreht worden. Es gibt kaum Szenenwechsel. All diese Mängel sind jedoch pure Absicht. "August Underground" ist der Versuch das kranke Leben zweier Sadisten im Dokustil realistisch darzustellen. Ich habe noch nie einen Film gesehen der handwerklich so schlecht gemacht war, bei dem das Ganze aber so sehr seinem Zweck gedient hat wie hier.

In gewisser Weise kann man "August Underground" mit "Mann beißt Hund" vergleichen, nur das dieser kleine Pseudo Snuff Streifen halt nicht in schwarzweiß gehalten ist, sondern in Farbe. Vermutlich inspirierten die beiden Regisseure Fred Vogel und Allen Peters mit ihrem kranken Filmchen auch den deutschen Amateurfilmer Timo Rose zu seinem "Psycho Jack". Die beiden Filme weisen nämlich durchaus Ähnlichkeiten auf, nur das "Psycho Jack" nicht nur inhaltlich voll daneben ist, sondern auch handwerklich, und das ist bei "August Underground" ja nicht der Fall.

Es geht hier wie gesagt um 2 Männer, die umherziehen und scheinbar aus reinem Vergnügen und aus Langeweile x-beliebige Menschen belästigen und misshandeln. Die beiden sind Sadisten wie sie im Buche stehen und dank der wirklich überzeugenden Leistung des Hauptdarstellers, dem man das Ganze ohne weiteres abnimmt, kommt "August Underground" tatsächlich erstaunlich authentisch daher, ähnlich wie auch die "Guinea Pig"-Filme, nur das es hier überhaupt keine ultrablutigen und realistischen Gore-Effekte gibt, durch die sich die japanische Sicko-Reihe ja auszeichnete. Der zweite "Hauptdarsteller" ist auch gleichzeitig der Kameramann. Ihn bekommen wir während des gesamten Films nicht ein einziges Mal zu Gesicht. Dafür hören wir immerzu seine fiese Lache, wenn sein perverser, leicht übergewichtiger Kumpel mal wieder irgendetwas krankes anstellt.

Man fragt sich hier natürlich schon irgendwie was das Ganze eigentlich soll. Snuff vorzutäuschen ist im Grunde ja nicht sonderlich kreativ oder so. Eins muss man den Machern aber lassen: Die Art und Weise wie sie das Ganze hier rüber bringen ist nicht von schlechten Eltern. "August Underground" ist realistisch dargestelltes Stück Pseudo Snuff, das seine angestrebte schockierende Wirkung nicht verfehlt, aufgrund einiger recht langweiliger Passagen im Mittelteil aber auch nicht voll ausreizt. Wer genügend Sickos, Kannibalenschocker und vielleicht auch ein paar Mondos gesehen hat, den wird "August Underground" sicher nicht vollends schocken. Einige der hier gezeigten Szenen sind aber trotzdem nicht ohne!

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