Review

Die Handlung basiert scheinbar auf tatsächlichen Ereignissen. Im Mittelpunkt steht zumindest Sonny Chibas Mentor Masutatsu Oyama (zum Ende der Anfangs-credits angeblich persönlich zu sehen). Kazuhiko Yamaguchi und Chiba setzen ihm sozusagen ein filmisches Denkmal in drei Teilen, wobei der Bullfighter den ersten Teil der Trilogie darstellt (es folgen "Karate Bearfighter" und "Karate for Life").

Die folgende Inhaltsangabe ist etwas genauer, d.h. der Handlungsverlauf wird im Hinblick auf die entscheidenden Inhalte wiedergegeben. Dies richtet sich insbesondere an diejenigen, die den Film ohne ein ständig schielendes Auge auf die Untertitel (eine Synchro gibt es nicht, das ist zumindest mein Kenntnisstand) sehen möchten und sich den Film so etwas entspannter zuwenden könnten (hoffe ich zumindest). Die Handlung basiert schließlich auf dem Leben einer real existierenden Person und ist dementsprechend etwas komplizierter als in manch anderen Chiba-Filmen.

Im Film kehrt Masutatsu Oyama aus der Wildnis zurück, wo er drei Jahre lang hart trainiert hat. Er nimmt 1949, also in der alliierten Besatzungszeit von 1945 bis 1952, an der ersten wieder gestatteten Karatemeisterschaft nach dem Krieg in Kyoto teil. Der Veranstalter beäugt Oyama in seiner abgetragenen Kleidung kritisch und bezeichnet seinen Kampfstil als würdelos. Oyama gewinnt gegen den Favoriten Nanba, was den Veranstalter trotz seiner Vorbehalte dazu bewegt, ihm ein Angebot zu machen. Er verweist dabei darauf, dass modernes Karate ein Sport und keine Waffe sei. Dem stellt Oyama seine Meinung gegenüber: Modernes Karate habe keine Stärke und sei nicht mehr als ein Tanz. Diese Kritik führt zu Empörung, da diese Auffassung die Karatewelt bedrohe, da die Ausübung der Kampfkünste und entsprechende Meisterschaften gerade erst wieder erlaubt wurden.
Neben der Karategesellschaft Japans gerät Oyama auch mit amerikanischen Soldaten in Konflikt. Ausgangspunkt bildet eine Frau, die er in Kriegszeiten vor einer Vergewaltigung durch Landsleute rettete. Als Rikschafahrer hat er sie und einen Amerikaner als Fahrgast. Den Umstand, dass er sie damals rettete und sie sich jetzt dem "Feind" und Besatzer freiwillig hingeben will, nimmt er als Demütigung wahr. Er greift den Amerikaner an und gibt ihr auf eindringliche und für "hollywoodgewohnte" Zuschauer irritierende Art zu verstehen, dass dies in seinen Augen unakzeptabel ist. Für den Protagonisten hat dies Folgen. Er wird festgenommen und muss sich in einem Lagerhaus als japanischer Karatechampion einem Zweikampf mit einem erfolgreichen afroamerikanischen Boxer stellen. Oyama wird von seinen Handschellen nicht befreit, kann den Kampf jedoch dadurch entscheiden, dass er seinem Gegner die Hand bricht. Er wird schließlich freigelassen. In der Folgezeit entwickelt sich zu der jungen Japanerin ein Verhältnis, das durch Nähe unter gleichzeitiger Distanz gekennzeichnet ist (selbst sehen, dann ist es hoffentlich klarer, was gemeint ist).
Widerstrebend nimmt der nahezu mittellose Oyama einen Schüler namens Shogo Ariake auf und trainiert mit ihm gemäß seiner harten Auffassung von Karate. Eines schönen Trainingstages, an dem Oyama auch seine "Freundin" trifft, bricht im Ort ein Bulle aus. Oyama zögert nicht lange, rettet ein Kind und schlägt dem Bullen den Schädel ein (für erklärte Tierfreunde ist der Film aus diesem Grund weniger geeignet, was sich jedoch bereits vom Cover und dem Titel ableiten lassen müsste). Ergebnis des Kampfes ist einerseits Ruhm und andererseits, dass das rotweiße Kleid seiner "Freundin" und sein Karate-Gi eine farbliche Symbiose eingehen (Regie oder Zufall? Egal, jedenfalls klasse!!!). Angeblich habe Masutatsu Oyama tatsächlich einen Bullen mit bloßen Händen besiegen können, aber das nur nebenbei.
Nach dem überstandenen Kampf berichten die Zeitungen über seine Tat. Ariake bekommt ein Gespräch einiger Männer über einen solchen Zeitungsbericht mit. Sie behaupten, dass hinter der ganzen Sache ein Betrug stecke. Der Schüler gerät außer sich und demonstriert ohne Selbstkontrolle die Stärke vom "bösen Karate" Oyamas. Die Männer werden dabei schwer verletzt und Ariake wird verhaftet, kann jedoch entfliehen. In der Nacht wird er von Polizisten gestellt und nach einer Handgreiflichkeit mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Oyama ist Zeuge des Todes seines Schülers und wird von Trauer und Zweifeln befallen, ob sein Weg der richtige ist. In einer Bar betrinkt er sich und erschlägt im Suff einen Gangboss. Trotz des Tötungsdeliktes wird er von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Witwe und der Sohn des Erschlagenen machen ihm jedoch Vorwürfe, die ihn dazu bewegen, seinen Karate-Gi an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen. Er begibt sich auf die Farm der Witwe und wird dank seiner Hartnäckigkeit nach langem Widerstreben als Hilfe akzeptiert. Es entwickelt sich sogar ein recht herzliches Verhältnis. In einer finsteren Nacht erscheint jedoch ein bezahlter Killer, der ihn, die Gefahr für die bestehende Ordnung der "modernen Karatewelt", beseitigen soll. Oyama tötet ihn und muss einsehen, dass er seinem Schicksal, einem "Leben für Karate", nicht entgehen kann. Er stellt sich seinen Widersachern (Teilnehmer und Veranstalter der Karatemeisterschaft in Kyoto) in einem Showdown, der durch Härte und Kompromisslosigkeit besticht.

Die biografischen Hintergründe, über deren Ausmaß ich leider nicht informiert bin, lassen den Film nicht als Actionfilm, sondern eher als Drama mit einigen guten und harten Actioneinlagen wirken. Als Drama weiß es handlungsbezogen und stilistisch zu überzeugen. Die Zeitlupe wird an passenden Stellen eingesetzt, was deren Wirkung auf den Zuschauer unterstützt. Gelegentlich kommt eine Handkamera zum Einsatz, was zu einer gewissen Wackelei führt (in Sachen Wackelkamera bin ich aber auch sehr kleinlich).
Das Leben der Hauptfigur, die durch einige Finsternis fasziniert, wird insgesamt fesselnd in Szene gesetzt. Kampfsport steht als solcher im Zentrum und veranlasst einen Menschen zu Selbstzweifeln und einer Selbstfindung. Er ist nicht Mittel zum Zweck, sondern hier eher eine Lebenseinstellung bzw. eine Lebensgrundkonstante. Die Kämpfe sind trotz der wohl zumindest teilweise realitätsbezogenen Handlung hart und sehr unterhaltsam, wie es von Chiba (in seinen besseren Filmen) erwartet werden kann. So blutig wie in manch anderen seiner Filme wird es hier zumindest gegenüber Menschen nur selten.

Insgesamt ein gutes und nie langweiliges, sondern relativ tiefgründiges Kampfsport-Drama mit einer angemessenen Portion Karate-Action Marke Chiba. Eine klare Empfehlung!

Details
Ähnliche Filme