Inhalt:
Kyoto... 1949..., erstmals seit dem Ende des 2. Weltkriegs, gestatten es die u.s.-amerikanischen Besatzungsbehörden, dass in der Maruyama Public Hall ein Kampfturnier im Karate stattfindet.
Sponsor dieses Turniers ist der Leiter der einflussreichen Karate-Schule "Senbukan Gym", Nakasone (Mikio Narita).
Für Nakasone ist Karate ein Sport, der mit Würde und einer gewissen Zurückhaltung zu tun hat.
Seinem Kämpfer Nanba (Masashi Ishibashi)..., gelingt es, bis ins Finale dieses bedeutendsten Turniers im japanischen Karate zu kommen.
Sein Gegner..., in zerlumpter Kleidung, ein ungepflegt hier bei diesem Contest auftretender Mann, der zuvor 17 Dachziegel bei einem Schaukampf in diesem Turnier durchschlug..., ist Mas Oyama (Sonny Chiba).
Beim Endkampf um den Turniersieg... siegt Oyama..., und Nanba wird dabei erheblich verletzt.
Oyama ist auch ein Gegner Nakasones..., für ihn ist die Art wie Nakasone das Karate betrachtet, nicht die Ansicht, wie man Karate sehen sollte.
Karate als Sport..., da fehlt es Oyama an Strenge, an Härte..., und er vergleicht das Karate ala Nakasone eher mit einem "Tanz"...!
Damit zieht er sich den Zorn Nakasones..., und den der Schüler des "Senbukan Gym" zu..., Nanba sinnt zudem auf Rache.
Oyama geht wieder zurück in die Provinz Chiba, in der Nähe von Tokyo.
Er verliebt sich in die schöne Übersetzerin Chiako (Yumi Takigawa), deren Vater in der Haft verstarb, die U.S.-Amerikaner hielten ihn für einen Spion.
Oyama gerät an die U.S.-Besatzer..., und muss gegen einen farbigen Boxer antreten, er gewinnt diesen Kampf. Doch Chiako will nicht mit einem Karateka wie ihm zusammen sein.
Der junge, hitzige Heißsporn Ariake (Jiro Chiba) will unbedingt der Schüler Oyamas werden, für ihn ist Oyama ein Idol.
Und tatsächlich wird Ariake der Schüler Oyamas.
Als Ariake ein paar Männer krankenhausreif schlägt..., wird er von der Polizei, die hinter ihm her ist, erschossen.
Und als Oyama einen Mafiosi im Kampf tötet, zwar aus Notwehr, doch ist nunmehr dessen Frau Witwe und dessen Sohn nunmehr Halbwaise..., will Oyama nie mehr kämpfen, nie mehr will er Karate im Kampf einsetzen...!
Oyama wird der Witwe, Nishina, einer Tee-Bäuerin... zum Gehilfen.
Und Chiako hat ihn nicht vergessen, besucht Oyama in den Bergen, wo die Tee-Felder sind.
Nanba..., er taucht indes auf, doch Oyama verweigert den Kampf.
Da versucht ein gedungener Killer, von Nakasone beauftragt, Oyama zu töten.
Oyama... muss sich noch einmal stellen..., es kommt zum Show-Down mit der gesamten "Senbukan Gym"-Schule..., er gegen 60 zu allem entschlossenen Kämpfer...!
Fazit:
Dieser Film, ein insgesamt noch exzellenter Karate-Actioner, im Jahre 1975 von Regisseur Kazuhiko Yamaguchi für die Studios von "Toei" in Szene gesetzt, basiert auf der wahren Geschichte des einst wirklich lebenden Karate-Meisters Mas Oyama.
Mas Oyama war der Begründer des "Kyokushin Karate", geboren in Korea 1923, emigrierte Oyama 1938 nach Japan, und 1953 gründete er den ersten Verband für diese Form des Karate.
Über 100 Schulen sollen im Laufe der Jahre entstanden sein, die sich dieser Kampfform verschrieben haben.
Dieser Film behandelt somit -und wohl nur sehr locker an der realen Biographie Oyamas angelehnt- die Zeit Oyamas nach dem Ende des 2. Weltkriegs..., und ist dabei in seiner Storyline etwas sprunghaft..., etwas episodenartig werden hier die Erlebnisse des Karatekas abgehandelt, so wirkt dieser Streifen eher fast fragmentarisch in seiner Geschichte.
Doch ist hier dennoch ein gutklassiger Karate-Actioner, ein "Sushi"-Eastern aus Japan entstanden..., hell-klare Bilder, sich verbissen in ihre Rollen reinarbeitende Darsteller, Sonny Chiba in Höchstform, schöne Kulissen... -an einem mondänen Strand mit grün bewachsenen, pittoresken Felsen im Hintergrund vollführen Jiro und Sonny Chiba eine Kata, oder die Tee-Felder in den Bergen an einem See-, auch ruhige, melancholische Szenen sind gefühlvoll eingebettet -Yumi Takigawa spielt auf der Koto, der japanischen Laute- ... dieser Film hat viele Stärken...!
Am Anfang steht ein Turnier..., und Sonny Chiba legt sich mit einer ganzen Schule und ihrem etwas arrogant wirkenden Leiter an.
Sie haben verschieden Sichtweisen bezüglich Karate..., und beide sind da auch ziemlich stur.
Dann wird das weitere Dasein Oyamas fragmentarisch-episodisch thematisiert..., das unstete, auch von einer inneren Zerrissenheit und von brüchiger Männlichkeit geprägte Leben dieses Karate-Meisters.
Er tötet..., sein Schüler wird getötet..., und eine Witwe, obwohl er deren Mann in Notwehr tötete..., sowie deren minderjähriger Sohn tun ihm dermaßen Leid, dass er dem Kampf abschwört.
Dann holt ihn die Vergangenheit wieder ein.
Oyama wird wieder zum Karateka..., und dieser Film wieder zum Actioner, nach all den Episoden und dem Aufzeigen eines unsteten, brüchigen Charakters.
Und so ist denn "Karate Bullfighter" eben mehr als nur ein Streifen voller Gewalttätigkeit.
Sonny Chiba..., er war einst selbst Schüler des ´echten´ Oyama, er agiert verbissen, und mit seinen mimischen Möglichkeiten die brüchige Männlichkeit seines einstigen Senseis aufzeigend.
Er macht das durchaus überzeugend, zeigt Gefühle aller Art, ist wütend, dann geläutert,..., eine mehr als solide Performance.
Und natürlich ist er ein starker Karateka..., ein kerniger, knallharter Fighter, eine Kampf-Sau... mit asthmatischer Stimme und dynamischer Karate-Technik.
So kennen die Eastern-Fans ihn, den "Streetfighter" Chiba.
Sein Bruder Jiro agiert als sein Schüler, ein hitziger Heißsporn, wild und wirr. Und auch er fightet stark, und findet ein blutiges Ende.
Gefühlvoller ist da die Darstellerin Yumi Takigawa..., deren Figur hier für Chiba unnahbar erscheint, und in diesem eben erst die Brüchigkeit seines Charakters mit auslöst.
Sie sehnt sich nach Ruhe und Geborgenheit..., die ihr der Karateka nicht geben kann, doch sieht sie wohl die Chance, dass er ihr dies geben könnte, würde er vom Kämpfen Abstand nehmen.
Yumi Takigawa, auch ihre Darstellung hebt diesen Film.
Die Villains..., Mikio Narita, er wirkt als Chef einer Karate-Schule arrogant, und stur hinsichtlich seiner Linie. Doch kann man nachvollziehen, dass seine Ansicht, Karate als Kampf-Sport mit Regeln und einer gewissen Würde zu betrachten, durchaus seine Richtigkeit hat.
Wer hat nun Recht, Narita oder Chiba? Der der Regeln und Würde walten lassen will..., oder der der Strenge und Härte will? Denn in einem Kampf auf offener Straße gibt es keine Regeln, da gilt nur "er oder ich". Man kann da durchaus geteilter Meinung sein. Und Chiba´s Figur zerreißt es ja auch hinsichtlich dieses Disputs.
Ishibashi...., er war schon der Widersacher Chiba´s in der "Streetfighter"-Trilogie. Auch hier ist er wieder der Gegner Chiba´s mit hasserfüllter, harter Intention und entsprechender Mimik.
Die Karate-Action in diesem Streifen ist schon süperb..., knallharte, technisch starke Fights..., agil und dynamisch vorgetragen, schöne Moves und Choreos, ein echter Karate-Hit.
Sonny und Jiro Chiba zeigen eine perfekt Technik, die Fights "1vs5+x" sind mit Drive arrangiert..., und es knacken die Knochen, es wird blutig.
Das Finale ist dann, als Chiba gegen eine ganze Schule von Fightern antritt..., Karate-Action-Total für eine runde Viertelstunde, das ist ein furioser Kampf.
"Karate Bullfighter".... -und ein Kampf den Chiba gegen einen wildgewordenen Stier führt, wird hier durchaus gekonnt gemacht eingebaut (im wahren Leben soll Oyama tatsächlich an die vier Dutzend Stiere getötet haben)- ist ein kerniger Karate-Eastern mit Sonny Chiba in Höchstform.
Die Storyline ist ab dem Opening in einer Halle mit einem Kampf-Turnier und bis zum Endfight... etwas episodenartig-sprunghaft und fragmentarisch, doch hat der Film viele starke Momente, ein intensives Spiel der Akteure und klasse Action.
Das reicht für ausgezeichnete 8,5/10 Punkte in meiner Bewertung allemal..!
"Karate Bullfighter" ist der 1. Teil einer Trilogie die Chiba seinem Sensei Oyama widmete. Es folgten noch 2 weitere Filme.