Dunkle Wasser terrorisieren eine Mutter und ihre fünfjährige Tochter. Können sie den Spuk trockenlegen?
Raindrops keep falling...
Dahlia Williams (Jennifer Connelly) und ihre Tochter Cecilia, kurz Ceci (Ariel Gade), suchen eine neue Wohnung. Dahlia und ihr Noch-Ehemann Kyle (Dougray Scott) fechten zurzeit einen Scheidungsstreit aus und kämpfen beide für das Sorgerecht für ihre gemeinsame Tochter. Knapp an Geld, müssen Mutter und Tochter notgedrungen in ein heruntergekommenes Hochhaus ziehen, das vor Mängeln eigentlich abgerissen werden müsste. Vor allem die Wasserschäden sind allgegenwärtig. Nicht lange und erste Alpträume verdunkeln den Alltag von Dahlia. Sie hört merkwürdige Geräusche in der Wohnung über sich, doch die steht leer. Sie entwickelt eine Paranoia und auch Ceci verhält sich merkwürdig, sie hat plötzlich eine imaginäre Freundin. Könnten die Wasserflecken an der Decke damit zu tun haben, die trotz Reparatur immer wieder auftreten? Sind sie Zeichen eines dunklen Geistes?
Tröpfelnde Spannung
Der Spanier Walter Salles inszeniert seinen Mystery-Thriller mit dunklen Farben, karger Ausstattung und unbehaglicher Musik. Hier ein Geräusch, da ein Schatten, das alles vermischt sich zu einer guten Basis, auf der sich ein guter Horrorfilm entwickeln könnte. „Könnte“ deshalb, weil Dark Water ganz klar nicht zu solchen gezählt werden darf. Bis auf ein, zwei Schockmomente hat das Remake von Hideo Nakatas japanischem, gleichnamigem Original nämlich nicht viel zu bieten. Zu unspannend, zu unpersönlich bleibt die Geschichte. Immer wieder taucht die Frage auf: Und? Wann geht`s endlich mal zur Sache? Doch diese wird vom Film nicht erhört. Jennifer Connelly und vor allem die Tochterdarstellerin Ariel Gade liefern tolle schauspielerische Leistungen ab, obwohl man als Zuschauer immer eine gewissen Distanz zu ihnen hat. Zudem verwirren einige Szenen und man fragt sich, was ist nun Realität, was Traum? Was Filme wie The Ring oder The Grudge besser machen, ist neben dem Spannungsaufbau auch die Charakterzeichnung und die erzählerische Struktur. In Dark Water wirkt alles wie zeitentrückt.
Ein Rinnsal an Gruselpotenzial
Dark Water ist eindeutig in vielen Bereichen zu behäbig und langatmig. Spannung will, bis auf die üblichen „Gehe Korridor entlang und hinter der nächsten Ecke steht jemand“-Schocks nicht wirklich aufkommen. Die Darsteller leisten allesamt eine solide Vorstellung und geben keinen Anlass zur Kritik. Die Story hingegen wirkt löchrig, wichtige oder interessante Nebenaspekte werden nicht näher beleuchtet (Familie des Anwalts) Das enttäuschende Ende tut sein übriges für einen Kinobesuch, den man sich hätte sparen können. Hier ist der blinde Remakewahn Hollywoods eines gerade mal drei Jahre alten Films gründlich nach hinten losgegangen. Dafür sind Genrekollegen wie The Ring einfach um Längen besser.
Dialoghighlight
Bezeichnenderweise keins
Wertung: Alles in allem nur enttäuschende 4 von 10 Regentropfen