Es ist schon einmal kein gutes Omen, für ein japanisches Remake einen Regisseur zu verpflichten, der vom Horrorgenre keine Ahnung hat. So verwundert es einen dann auch nicht, wenn man im Falle von "Dark Water" keinen Gruselstreifen serviert bekommt, sondern eher ein Drama mit einigen Mysteryelementen.
Kurz zur Story: Dahlia hat sich von ihrem Mann scheiden lassen und zieht mit ihrer Tochter Ceci in eine neue Stadt. In dem neuen Mietshaus scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen, denn Ceci hört plötzlich Stimmen und hat plötzlich eine neue, imaginäre Freundin.
Es ist wirklich nicht einfach, dieses Remake zu bewerten. Einerseits ist die Mutter-Tochter-Story doch ziemlich interessant verarbeitet worden, auf der anderen Seite vermisst man mit der Zeit doch den einen oder anderen Schockeffekt. In dieser Hinsicht bietet "Dark Water" aber leider so gut wie nix. Dabei ist der Schauplatz geradezu prädestiniert für diverse Erschreckmomente. Die Stadt ist grau und trist, allein vom Zusehen kann man schon depressiv werden und das Mietshaus ist ebenfalls ziemlich trostlos und düster. Hier hätte Walter Salles viel viel mehr herausholen müssen! Außerdem sieht das Geisterkind ganz normal und nicht zum Fürchten aus und daneben hat der Regisseur auch noch (fast) alle spannenden und gruseligen Szenen vom Original in die Tonne getreten.
Doch es ist fast unglaublich: Der Film funktioniert trotzdem. Das liegt vor allem an der wie immer hervorragenden Jennifer Connelly und der Kinderdarstellerin Ariel Gade. Beide holen das Beste aus ihrer Rolle heraus, also beide Daumen hoch! Auch die Geschichte ist nicht langweilig, man muss sich halt drauf einlassen können, was sicherlich nicht einfach ist, denn immerhin erwartet man ja einen Horrorfilm. Trotzdem funktioniert die Kombination von Grusel und Drama hier besser als beim japanischen "Abnormal Beauty", welcher unbeholfen zwischen beiden Genres schwankte. Das hat Walter Salles besser hinbekommen, auch, wenn er sich zentral auf das Familiendrama konzentriert.
Fazit: Ein durchaus ansehnlicher Film, der trotz fehlendem Grusels nicht langweilig wird. Ein bißchen mehr hätte dem Film allerdings überhaupt nicht geschadet, somit reicht es leider "nur" für 7 Punkte.