Review

Man darf sich mittlerweile ja schon mal die Frage stellen wozu diese ganzen US-Remakes asiatischer Grusel- und Horror-Filme eigentlich gut sein sollen.
Die asiatischen Original-Filme haben zwar eine gewisse Fan-Gemeinde, sind künstlerisch wie inszenatorisch teilweise wirklich gelungen und aussergewöhnlich, die US-Klone haben ausser "The Ring" und "The Grudge" dagegen weder kommerziell noch künstlerisch oder gar sonstwie positiv eingeschlagen. Von den Sequels der genannten Streifen mal ganz abgesehen...

Diese Art der Neuverfilmungen oder Remakes dient eigentlich bloß dem Zweck die Ecken und Kanten der Originale abzuschleifen, sie massentauglich zu machen und dadurch natürlich auch massenhaft Kohle damit abzugreifen.
Meiner Meinung nch gingen die meisten dieser Verfilmungen irgendwie in die Hose und konnten auch dem schwächsten asiatischen Original kaum das Wasser reichen. Trotzdem scheint die Welle aber nicht abzuebben....

Dieses Mal gibts ein US-Wiedersehen mit "Dark Water" von Hideo Nakata, der uns bereits das "Ring"-Original präsentierte.

Dahlia (Jennifer Connelly) ist gerade dabei sich von ihrem Mann zu trennen. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter Cecilia ist sie auf der Suche nach einer neuen Wohnung.
Da sie finanziell nicht gerade gesegnet ist mietet sie sich in eine kleine schäbige Wohnung in einem tristen Wohnsilo ein. Die neue Umgebung ist für Mutter und Tochter nicht leicht zu verkraften. Zu sehr zerren der Wasserfleck an der Zimmerdecke, die Scheidungsstreitigkeiten usw. an den Nerven der beiden.
Die Tochter findet plötzlich eine imaginäre Freundin namens Natascha und die Mutter wird zunehmend Opfer der Erinnerungen an ihre eigene Kindheit, während munter schwarzes Wasser durch die Zimmerdecke tropft.

Daß dies nur der Anfang einer mysteriösen Geschichte sein kann ist wohl jedem Zuschauer klar. Bis der Film aber endlich mal in die Gänge kommt, also sich in Richtung spannungs- bzw. handlungsaufbau bewegt, gehen fast 2/3 der Spielzeit schon mal flöten. Manch unbedarfter Leser dieser Review mag nun vielleicht anmerken, daß es natürlich bei jedem guten Film einer gewissen Einführungszeit der Charaktere, des Spannungsaufbaus usw. bedarf. Diese Einwände verstehe ich, aber muß daß denn über eine ganze Stunde gehen???? Zumal das Drehbuch wenig präzise agiert und seine eigentliche Haupt-Figur (Dahlia) zwischen Migräneanfällen, Sorge um das eigene Kind und nur oberflächlich angedeuteten Kindheits-Traumata ziemlich im Stich läßt?

Hier wären wir also schon beim eigentlichen Thema/Problem, dem Drehbuch bzw. der Story angelangt! Die Einführung der Handlung bzw. der Spannungaufbau dauert viel zu lange um zu funktionieren bzw. zu fesseln oder gar zu unterhalten, die Charaktere sind ohne wirkliche Tiefe abgelegt und zu allem Unglück laufen die wenigen entscheidenden Szenen eben erst nach der ersten Stunde der Spielzeit ab. Schlechtes Timing also!!

Zwar geben sich Kamera und Regie durchaus Mühe die vom Drehbuch nicht gelieferte Spannung mittels einer gut eingefangenen, tristen, regnerischen Athmosphäre auszugleichen, aber den Film rettet das alles auch nicht wirklich.
Zu dürftig ist letztendlich die Story um dadurch den Streifen mehr als über ein gewisses Mittelmaß heben zu können.

In dieser Lage helfen auch keine ordentlich bis gut agierenden Schauspieler mehr. Sie betreiben allenfalls Schadens-begrenzung!

Fazit: Auch dieser Film bestätigt meine These. Ob vom asiatischen Original schamlos kopiert oder die Grundidee amerikanisiert spielt letztendlich keine Rolle, diese Remakes sind einfach zu 80% enttäuschend. Da helfen auch keine namhaften DarstellerInnen!
Der Spagat, einen Stoff aus einem anderen Kulturkreis durch den Mainstream-Fleischwolf zu drehen und damit den großen Wurf (Künstlerisch wie kommerziell) erzielen zu wollen funktioniert einfach nicht. Dafür ist "Dark Water" bloß en weiteres Beispiel!

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