"Die Feuerzangenbowle" - ein zeitloser Klassiker der deutschen Filmgeschichte. Heinz Rühmann als "Pennäler wieder Willen" weiß auch 60 Jahre nach seiner Entstehung noch immer Alt und Jung zu begeistern.
Eine Riege alter Professoren und Doktoren trifft sich regelmäßig in einer kleinen Kneipe um bei dem einen oder anderen Gläschen Feuerzangenbowle in Erinnerungen zu schwelgen. Dabei kommen sie an einem Abend auf das Thema "Schule" - die beste Zeit der Jugend. Doch einer unter ihnen hatte nie eine besucht. Hauslehrer und Unterricht vom Vater verhalfen Johannes Pfeiffer (Heinz Rühmann) zu einer steilen Karriere, die ihm schließlich den Ruf eines bedeutenden Dichters und Schriftstellers brachte. Ja selbst seinen Doktor und Abitur hat der junge Mann gemacht, ohne je eine Schule besucht zu haben. So hat er zwar viel erreicht, aber dennoch kaum was erlebt. In geistiger Vernebelung kommt den Alten eine ebenso wahnwitzige, wie brillante Idee: Pfeiffer soll noch mal die Schulbank drücken. Mit Nickelbrille, gestutzten Haaren sowie Bart und Pennälermütze verkleidet, kommt der Berliner in das verträumte Städtchen Bamberd...und in die Oberprima, wo ihn seine Jugend wieder einholt.
Das Thema ist Schule - doch anders als in der heutigen Zeitrechnung hatten Lehrer damals einen ganz anderen Status. Zwar - so wird im Film gezeigt - wurde schon IMMER Schabernack getrieben, aber Respekt immer gewahrt. Das ist das schöne an dem Film: absolut jeder kann sich mit dem Film identifizieren, weil eigentlich jeder einmal die Schulbank drückte. Das macht den Film so zeitlos.
Heinz Rühmann - ohnehin einer der größten deutschen Schauspieler - stellt die Rolle des Johannes / Hans Pfeiffers brillant dar. Mit viel Charisma und Spielfreude wird aus dem ironischen Doktor ein Lausbub wie aus dem Bilderbuch. Ihm zur Seite viele agierfreudige Darsteller, die aber eher in ihrer Darstellung oberflächlich bleiben, dennoch überzeugen können: so gibt es wie überall den Streber, den Clown, etc.
Natürlich darf auch eine Romanze nicht fehlen, diese ist aber gut in den Film eingeflochten und nicht aufdringlich. Der Film lebt von seinem Charme und den leisen Humor, der ihn - wie auch Anfangs gesagt - zu einer liebevollen Hommage an die Schule werden läßt.
Die Lehrerschaft ist auch gut porträtiert und es gibt eine schöne Auswahl an verschiedenen Lehrertypen. Diese sind auch in ihrer Darstellung gut und realistisch, nicht so abgedreht und überdreht wie in den "Lümmel von der letzten Bank" Filmen. Allgemein wurde - soweit wir jungen Leute das beurteilen können - das damalige Leben gut eingefangen.
Wer sich nur annähernd für deutsche Filme und "Komödien" begeistern kann, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren: keine Flachzoten, keine Kiffer (dafür gibt’s aber "wönzige Schlöcke" Heidelbeerwein) und kein spätpubertärer Mist - wunderbare Unterhaltung für Jung und Alt!