Ex-Kindernutte Molly alias "Angel" studiert nun Jura, möchte Anwältin werden und steht kurz vor ihrem Abschluss, als sie erfährt, dass der Polizist Hugh Andrews - ihr Freund und gesetzlicher Vormund - bei einem Einsatz erschossen wurde. Um Andrews' Tod zu rächen und seine Mörder zur Verantwortung zu ziehen, trommelt Molly ihre alte Gang zusammen und schnüffelt undercover als ihr Alter Ego "Angel" auf dem Straßenstrich von L.A. rum. Bald schon kommt sie dem Ober-Gangster Gerrard auf die Schliche, der beabsichtigt, sich mit brutaler Gewalt nach und nach den gesamten Hollywood Boulevard unter den Nagel zu reißen... Robert Vincent O'Neills recht schnell nachgeschobene Fortsetzung zu seinem eigenen, kleinen 1984er-Kultklassiker "Angel" (einem Mittelding aus Milieustudie und Serienkiller-Streifen) verlässt nun dessen Thriller-Terrain vollständig und kommt stattdessen als sehr viel gängigerer Action-Krimi mit sachter Selbstjustiz-Kante daher... und hat sich damit nicht unbedingt einen Gefallen getan, denn anstatt nun die vormals lockere Sleaze- und Exploitation-Schraube ein wenig mehr anzuziehen, köchelt "Angel kehrt zurück" was das anbelangt noch sehr viel mehr auf Sparflamme und gibt sich damit in der gewählten Sparte im Vergleich zu beispielsweise einem beliebigen "Ein Mann sieht rot"-Sequel (damals aktuell: der total irre "Death Wish 3 - Der Rächer von New York"!) keinesfalls konkurrenzfähig. Den skurrilen Touch des Erstlings hat man allerdings doch beibehalten, was sich nun hauptsächlich in der comichaften Zeichnung der Nebenfiguren und einigen ziemlich unpassenden Comedy-Einschüben äußert, die nicht unbedingt dazu beitragen, dass man das Ganze irgendwie so ernst nehmen könnte, wie die Macher es wohl beabsichtigt haben. O'Neill ist leider zudem mal echt auch kein Action-Regisseur, denn das bisschen, was in der Hinsicht geboten wird (hauptsächlich unübersichtlich geschnittene Ballereien) spult sich undynamisch und ohne Drive vor dem Zuschauer ab, auch wenn zumindest die erste Schießerei noch mit ein paar ziemlich blutigen Einschüssen überrascht. Trotz eines weitestgehend uneinheitlichen Tons driftet der Streifen aber auch leider zu keiner Zeit in gänzlich absurde Trash-Gefilde ab, so dass in dieser Hinsicht kein Spaß zu erwarten ist... im Gegenteil, von den Anfangs-Credits bis hin zum läppischen Finale verbreitet die Chose ganz einfach nur pure Langeweile und verpasst sich unter Actiongülle-Gesichtspunkten damit selbst den Todesstoß. Doch halt, es ist nicht alles schlimm: Die für Donna Wilkes in der Titelrolle eingewechselte Betsy Russell konnte zwar schon vor den "Saw"-Sequels nicht schauspielern, ist dafür wie zuvor in "Private School - Die Superanmacher" erneut an Hotness nicht zu überbieten, auch wenn sie hier mit einer echt schlimmen 80s-Frise gestraft wurde. Und in einem Mini-Part als - was sonst? - Bordsteinschwalbe ist Deborah Voorhees zu sehen, die im selben Jahr auch 'nen memorablen Auftritt in "Freitag der 13. - Ein neuer Anfang" hatte, hab' die Oberweite sofort wiedererkannt. Trotzdem: Wär' "Angel" doch nur mal lieber nicht zurückgekehrt, ey...
3/10