Die Hauptrolle in diesem spannenden Drogen-Thriller spielt der namentlich nicht vorgestellte spätere James-Bond-Darsteller Daniel Craig - er ist Drogen-Vermittler, eine Funktion, die bisher in noch nicht allzuvielen Filmen dieses Genres näher beleuchtet wurde. Als solcher fädelt er Drogendeals ein - hat also weder mit dem Transport an sich noch mit dem späteren Verkauf an Endverbraucher etwas zu tun. Stattdessen vermittelt er für frisch angelieferte Ware potentielle Käufer und lebt dann von der Provision. Was sich eher langweilig anhört, gestaltet sich in Layer Cake jedoch durchaus spannend.
Craigs Stimme aus dem Off eröffnet den Film und stellt die wichtigsten Regeln seines Business vor - im Laufe der Geschichte wird er weitere Einschätzungen abgeben. Die Story ist die, daß Craig - oder besser XXXX, wie er im Abspann bezeichnet wird - nach einigen Jahren erfolgreichen Vermittelns aussteigen will: Er hat zuviele "Mitspieler" sterben gesehen, und obwohl er durch sein dezentes und kluges Auftreten gut angesehen ist bei den großen Bossen, traut er der Sache gefühlsmäßig nicht mehr. Dummerweise hat dies einer der Oberbosse mitbekommen und will ihn nicht ziehen lassen - er arrangiert eine fein eingefädelte Intrige, die Craig/XXXX in arge Bedrängnis bringt. Seine Spannung bezieht Layer Cake auch daraus, daß das Meiste aus der Perspektive Craigs erzählt wird, welcher erst knapp nach der Hälfte des Films mit der Nasenspitze darauf gestoßen wird, daß er gelegt worden ist...
Als James Bond konnte Craig bei mir noch nicht besonders viele Sympathie-Punkte einheimsen, dafür sind seine Vorgänger einfach viel zu brillant oder zumindest smart gewesen, als daß er ihnen auch nur das Wasser reichen könnte - in Layer Cake jedoch vermag er allein durch den Umstand, daß er kein Angebertyp ist, sich selbst mehrfach in Frage stellen muß und einmal auch ordentlich vermöbelt wird, durchaus ein zumindest dezentes Mitfiebern auszulösen. Zu seinem engeren Umfeld gehören auch der einmalige Colm Meaney als "Mann fürs Grobe" Gene sowie seine rechte Hand Morty (George Harris). Dieses markante Trio muß sich also mit den Widrigkeiten, die infolge der Intrige entstanden sind, auseinandersetzen - und so sehr sie bisher zusammengearbeitet hatten, so starke Zweifel kommen ihnen bisweilen an der Loyalität des jeweils anderen, besonders an Craig. Neben einigen Knallchargen, deren schnelles Ableben vorprogrammiert ist, kommen noch der smarte Oberboss Eddie Temple (Michael Gambon) sowie ein undurchsichtiger Killer eines involvierten serbischen Drogenhändlerrings ins Spiel.
Nicht ganz so gut gefallen hat mir die lose eingeflochtene Geschichte mit der blonden Freundin einer der Knallchargen, mit der Craig schnell etwas anfängt: Wie kommt dieser Loser an so eine gutaussehende Braut (Sienna Miller als Tammy) und bemerkt er ihre Untreue nicht, nachdem Craig sicher nicht der Erste oder Einzige ist? Des Weiteren wird Craigs Tablettenkonsum ab und zu eingeblendet, dieser hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf seine präzise Arbeit - wozu also die Erwähnung, zumal dieser Konsum auch in krassem Gegensatz zu Craigs planmäßigem, kühl kalkuliertem Handeln steht. Dies sind aber nur kleinere Kritikpunkte, die den Lauf der Dinge nicht weiter stören.
Neben solide agierenden Darstellern, routinierter Kameraarbeit (nett: Der Blick aus der Tiefkühltruhe mit den Leichen) sind es vor allem zwei Plot-Twists am Ende von Layer Cake, die diesem Film einen besonderen Pfiff geben. Beste Unterhaltung also, versehen mit dem Prädikat: Kann man sich ein zweites Mal anschauen. 8 Punkte.