Nachdem Wes Craven mit seinem kruden Debut "Last house on the left" das Publikum sowohl schockte, als auch faszinierte, konnte es nicht lange dauern bis sich in Europa diverse Regiesseure berufen fühlten ähnliche Machwerke zu drehen. Populärster Vertreter dürfte wohl Deodatos "House on the edge of park" sein, der neben einem ähnlichem Titel auch mit dem "besten" aufwarten kann, was man in "Last house on the left" sah: David Hess!
Dieser spielt hier Jack, einen ruchlosen Typen der seltsamerweise direkt bei einer Tiefgarage wohnt und an jenem Abend, wo der Film spielt, mit seinem leicht debilen Kumpel Ritchie tanzen gehen will. Doch ein junges Päärchen hat in der eher maroden Gegend ein Problem mit dem Auto und steuert die Tiefgarage an, wo sie dankend die Hilfe von den beiden zwielichtigen Gestalten annehmen, die relativ flott den Wagen wieder fit machen. Zusammen fahren sie zu Freunden, auch allesamt eine - so scheint es - "höhere Klasse". Als Ritchie beim Pokern eine Pechsträhne hat, wittert Jack Betrug und dreht durch...mit ungeahnten Folgen für alle Beteiligten.
Deodatos "Abklatsch" ist mindestens genauso seltsam wie Cravens "Vorlage", wenn nicht noch perverser und kranker. Denn hier wird am laufenden Band vergewaltigt, Gewalt exerziert und Sprüche geklopft, die selbst heutzutage ihres gleichen suchen. David Hess agiert hier noch eine Ecke perverser als im amerikanischen Pedanten; wirklich unglaublich was er abliefert. Schauspielkunst ist dies dennoch nicht, man ist aber schon verblüfft was für Arschlöcher Arschlöcher spielen können. Der Rest der Darsteller sind okay, wirklich überzeugen kann aber keiner.
Denn was und wo?! Eine wirkliche Handlung gibt es hier nicht, die mässig aussehenden Damen beschränken sich allemals auf körperliche Reize. Wer nun aber denkt das hier bis zum Erbrechen gesplattert wird, liegt falsch. Denn im Gegenzug zu "Last house..." gibt es hier - abgesehen vom Ende - kaum Blut zu sehen; das wenig gezeigte sieht auch relativ billig und aufgepinselt au, denn "der Schlitzer" beschränkt sich auf zartes Streicheln mit seiner Rasierklinge. Reviewer die hier Vergleiche mit Fulcis "New York Ripper" meinen sehen zu können, haben wohl einen anderen Film gesehen. Aber wie gesagt wurde dafür der psychische Gewaltfaktor DRASTISCH erhöht.
In Verbindung mit den unzähligen Softsexeinlagen tritt schon ein mulmiges Gefühl auf. Leider hat der Film - spielen doch ca. 85% in dem besagten Haus und in einem Raum - wenige Spannungsmomente und bietet eben nur eine morbide Atmosphäre. Hier war "Last house..." doch etwas abwechslungsreicher.
Fazit: Ein eher zweifelhaftes Vergnügen - nur für Genrefreunde!