Britische Komödie über den (vielleicht nicht ganz so) alltäglichen Wahnsinn mit dem Zuspätkommen.
Schuldirektor Brian Stimpson (John Cleese) ist allerdings jemand, der auf strikter Pünktlichkeit beharrt – was auch seine Schüler, selbst seine Frau gelegentlich zu spüren bekommen. Stimpson ist hyperkorrekt und sieht mit Argusaugen jeden Faux Pas, der in seiner Nähe begangen wird, wie bereits in der Eröffnungssequenz recht ausführlich, eigentlich sogar zu ausführlich gezeigt wird.
Doch Stimpson hat noch einen ganz wichtigen Termin: Er ist zum Leiter des Direktorengremiums befördert worden und soll auf einer Konferenz eine Rede halten. Doch ausgerechnet dann verpasst er seinen Zug...
Natürlich schlagen sämtliche Alternativpläne, die Stimpson sich gemacht hat, ebenfalls fehl und so wandelt sich der Trip schnell in eine irrwitzige Odyssee – zumindest auf dem Papier. Denn durch weitere Missverständnisse sind Stimpson bald noch seine Frau, die Eltern einer Schülerin, ein Kollege sowie diverse Polizisten auf den Fersen und „Clockwise“ versucht stets das Geschick seines Protagonisten noch zu verschlimmern und an sich könnte das Ganze auch durchaus Laune machen.
Leider macht „Clockwise“ zu wenig aus der Prämisse, verschleppt die Gags immer wieder und leidet immer wieder unter Tempomangel. Dabei hat der Film einige Lacher, z.B. wenn Stimpson seine ernste Miene und die übertriebene Korrektheit selbst bei einem Verkehrsunfall oder einer Querfeldeinfahrt behält. Ebenfalls nett der Running Gag mit den drei senilen alten Damen, doch zu oft mangelt es „Clockwise“ am richtigen Timing (gerade aus dem ganz putzigen Finale hätte man ein echtes Gagfest machen können).
Auch an der Story hätte man teilweise noch etwas feilen müssen, denn zu einem wirklich befriedigenden Ende kommt „Clockwise“ leider nicht. Zwar wird auf ein an den Haaren herbeigezogenes Happy End verzichtet, doch leider lässt „Clockwise“ viel zu viele Stränge am Ende offen und unbeantwortet – weder auf den Kollegen noch auf das Misstrauen seiner Frau wird eingegangen und das wirkt schon etwas dünn.
Dabei ist John Cleese in der Hauptrolle ganz große Klasse und legt sich richtig ins Zeug: Er ist steif und verstockt wie eh und je, ist wirklich eine Idealbesetzung für den hyperkorrekten Stimpson und muss den Film auch über weite Strecken alleine tragen. Die Nebendarsteller müssen nämlich meist mit sehr wenig Screentime auskommen, schlagen sich zwar ordentlich, aber stehen klar im Schatten von Cleese.
So bleibt trotz einiger guter Gags leider nur Mittelmaß: Cleese in der Hauptrolle ist toll, doch leider ist „Clockwise“ nie so witzig wie er sein könnte und verschenkt viel Potential.