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Als positives Beispiel des frühen deutschen Tonfilms taugt die herrliche Musikkomödie DER KONGRESS TANZT nicht zuletzt aufgrund ihrer Zelebrierung der zur damaligen Zeit neuen technischen Möglichkeiten. Deutlich wird das in den Augenblicken, in denen die Schauspieler und Sänger ihre Befindlichkeiten mit Gesangseinlagen auszudrücken versuchen. Die Performances der Lieder beschwören dabei im Zusammenspiel mit der Kameraführung von Carl Hoffmann (DR. MABUSE, DER SPIELER) eine ausgesprochen genuine Ausstrahlung herauf, die mal vor Wahnwitz trieft, mal Anflüge von Sarkasmus enthält. In jedem Fall scheint das große Thema aber Exklusivität zu sein - die Herausstellung von Besonderheiten als Herausarbeitung der Qualität. Der bekannte Refrain des Songs "Das gibt's nur einmal" erzählt dann auch von der Vergänglichkeit eines schönen Moments, welche der Hauptfigur Christel freilich wehtut, dennoch ihr keine Fehler zuschreibt. Dem Motiv der unglücklich Verliebten und Verlassenen wird nämlich nicht mit dem Entschluss nachgeifert, dieses zur Abstrafung der Protagonistin zu verwenden. Hingegen ist es das schauende Publikum, welches die emotionalen Erwartungen von Christel als schrullige und weltfremde Haltung deklariert, das hier am Ende bedeppert dreinschaut. Schließlich entlässt das unhappy Happy End Christel mit Bildern zurück, die das Zauberhafteste aus den zauberhaftesten Augenblicken noch einmal herausfiltern, um die plötzliche Kenntnis von einer niederdrückenden Stickigkeit zu egalisieren. Ein aufregendes Stück Filmgeschichte mit einer umwerfenden Lilian Harvey, der die Liebe zu einem Zaren weder aus dem Kopf noch aus dem Herzen geht.

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