Sie sind beide ungekrönte Könige des Horrors. Stephen King ist mit seinen meisterhaften Schauergeschichten, nach wie vor, die unbestrittene Nr. 1 der Romanautoren, unter den Horror-Freaks. George A. Romero ist dagegen einer der Top-Regisseure, der vor allem mit seinen genialen Zombie-Filmen für Furore sorgte. Beim Episodenfilm Creepshow 2 gibt es nun von beiden etwas. Der eine steuert seine Geschichten herbei, der andere verwandelt sie in Drehbücher. Leider muss das allerdings nicht zwingend heißen, dass das Ergebnis auch doppelt so gut wird.
"Creepshow 2" vereinigt drei Kurzgeschichten von Stephen King und umspinnt das ganze Treiben mit einer dünnen Rahmenhandlung. Leider erweisen sich die drei Geschichten aber nicht unbedingt als die Besten von King.
Die erste Geschichte der drei Storys dürfte man als den Slasher-Part bezeichnen. Nachdem drei Rowdys einen Geschäfteinhaber und seine Frau töten, erwacht plötzlich eine alte Indianerfigur zum Leben und nimmt blutige Rache. Das in 25 Minuten nicht unbedingt allzu viel Spannung aufgebaut werden kann, dürfte logisch sein. Und daran leidet diese Geschichte auch am allermeisten. Zwar werden die Charaktere durchaus gut eingeführt, ansonsten bleibt das Treiben aber eher blass und lückenhaft. Spannung und Atmosphäre kommen kaum auf und das Schlitzer-Treiben der alten Indianerfigur bleibt auch recht blutleer und ist vollkommen vorhersehbar und Innovationslos. Wenn man seine Erwartungen zurückschraubt kann man zwar dennoch, zwecks der netten Make-Up Effekte und eben der guten Figuren, kurzweilig unterhalten werden, doch von Horror-Königen darf man schon etwas mehr erwarten.
Bei der zweiten Episode wird es dann munter trashig. Vier Freunde gehen in einem unbekannten Gewässer baden und schwimmen dabei bis zu einem, in der Mitte des Gewässers liegenden, Floß. Dort angekommen werden sie plötzlich von einem matschigen, öligen Irgendwas aus dem Wasser bedroht und einer nach dem anderen wird "verspeist"! Die Story sagt es schon, hierbei geht es wirklich um Trash pur. Und man muss zugeben, dass dieser Schnulli-Teil auch wesentlich unterhaltsamer ist als die vorangegangene Indianer-Geschichte, weil man eben schon von vorne herein auf Trash eingestellt ist. Das matschige Ding im Fluss ist teilweise wirklich schön eklig geraten und die "Fress-Szenen" sind auch nicht gerade ohne. Zwar bleibt das ganze Treiben auch hier noch relativ Gore-Frei, doch seinen bösen Spaß kann man dennoch haben, vorausgesetzt man kann sich an Trash-Filmchen erfreuen.
Der letzte Teil von "Creepshow 2" bildet dann auch das beste Filmchen des Dreiergespanns. Eine Frau verliert plötzlich die Kontrolle über ihren Wagen und überfährt dabei ausversehen einen Anhalter, der sie daraufhin unentwegt verfolgt und irgendwie unkaputtbar zu sein scheint. Hier kann George A. Romero als Drehbuchschreiber und Effekte-Guru Tom Savini zeigen, was sie drauf haben. Denn während die vorangegangenen Episoden noch größtenteils harmlos waren, so gibt es hier ordentlich eins auf die Zwölf. Hier wird mit Absicht auf Logik oder ähnliches gepfiffen, denn der Anhalter ist auch beim x-Mal überfahren nicht tot zu kriegen. Dadurch wird das Ganze nicht nur relativ blutig sondern, zwecks Übertreibung auch, höllisch witzig. Zwar ist die Auflösung des Ganzen nicht sonderlich originell, doch für einen schrägen 25-Minüter reicht es allemal aus. Und die savinischen Gore-Szenen sind wirklich einwandfrei.
Um die Geschichten herum wird dann noch kurz die Story von Horrorgeschichten-erzählenden Creep und seinem besten Zuhörer Billy erzählt. Allerdings ist das Ganze nur als Aufhänger anzusehen und bildet lediglich durch die Tatsache, dass diese Zwischenszenen nicht gespielt, sondern nett animiert wurden. Dennoch ist das ganze Treiben nichts für zarte Kinderseelen.
Was die Schauspieler angeht, so kann man soweit zufrieden sein. Viel wird von ihnen nicht verlangt und das was man von ihnen verlangt, stellen sie weitgehendst zufriedenstellend da. Allen voran "Naked Gun"-Star George Kennedy, den man immer wieder gerne sieht.
Fazit: Durchschnittliches Episodenfilmchen, welches eine maue Slashergeschichte, ein nettes Trashfilmchen und einen relativ blutigen Fungrusler in einander vereint und dabei den Unterhaltungswert kontinuierlich steigern kann. Mit einigen netten Animationsszenen umschmückt, kann man sich von diesen Dreiergespann deshalb ganz kurzweilig unterhalten lassen, wenn auch wesentlich mehr drin gewesen wäre, vor allem in Anbetracht der hier erzählenden Geschichtenerzähler King und Romero!
Wertung: 6/10 Punkte