Review

Habe gerade die DVD zum Schnäppchenpreis erstanden und nehme dies mal zum Anlass, Creepshow II zu rezensieren.

Im Gegensatz zum Vorgänger „Creepshow“, der in Deutschland unter dem blödsinnigen Titel „Unheimliche verrückte Geisterstunde“ erschienen war, bietet der Film statt fünf nur drei Horrorepisoden, wobei es sich angeblich allesamt um Kurzgeschichten aus der Feder Stephen Kings handeln soll.

Bei der ersten Episode „Häuptling Holzkopf“ dreht es sich um eine ziemlich uninteressante Rachegeschichte in monotonem „Freitag der 13. – Stil“:
Drei jugendliche Kriminelle überfallen das Geschäft eines älteren Ehepaares, plündern den Laden aus und töten den Besitzer und seine Frau.
Aus der geplanten Flucht nach Hollywood wird dann aber nichts:
Die lebensgroße hölzerne Indianerstatue, die den Laden ziert, erwacht zum Leben und rächt seine ermordeten Besitzer.

Eine deutliche Verbesserung kommt mit dem folgenden „Das Floß“.
Vier bekiffte Jugendliche unternehmen einen Badeausflug zu einem abgelegenen Gewässer.
Nachdem sie zu einem feststehenden Floß im Mittelpunkt des Teiches geschwommen sind, stellen sie fest, dass das, was sie zuvor für einen riesigen Ölfleck gehalten haben, ziemlich lebendig ist.

„The Hitchiker“, die dritte Geschichte, ist zugleich auch die beste.
Nach einem außerehelichem Schäferstündchen mit einem Callboy muss eine Rechtanwaltsgattin den Heimweg im Eiltempo antreten, um daheim keinen Verdacht zu erwecken. In überhöhter Geschwindigkeit verliert sie die Kontrolle über den Wagen, überfährt einen Anhalter und begeht Fahrerflucht.
Das Problem ist im folgenden, dass ihr der Anhalter fortan wie ein Fluch auf den Fersen ist.

Bei der teils real, größtenteils als Zeichentrick dargebotenen Rahmenhandlung, in welche die drei Episoden eingebettet sind, ist Vorlauftaste angesagt.

Also, die erste Episode von Creepshow II ist schlichtweg langweilig, auch von den Effekten her hatte Tom Savini (der sich auch für die Effektgestaltung im Vorgänger verantwortlich zeigte) hier am wenigsten zu tun.
„Das Floß“ kann man als routinemäßige Umsetzung der gleichnamigen kleinen fiesen Kurzgeschichte aus „Gesang der Toten“ betrachten, wobei es in Kings Geschichte noch wesentlich heftiger zugeht. Außerdem wurde das Ende abgewandelt.
Na ja, aber hier ist der ein oder andere Effekt recht nett anzuschauen.
„The hitchiker“ hat sowohl an Spannung und Blutgehalt, als auch hinsichtlich des für E.C.-Horror-Comics charakteristischen tiefschwarzen Humor her am meisten zu bieten.
Einfach kultig, wie der „Anhalter“ sein Opfer, jedes Mal lädierter aussehend, unablässig heimsucht.

Zur Unterhaltung tragen bei Creepshow II nicht minder köstliche Dialoge bei (oder liegt das wieder nur an der deutschen Synchronisation?!), darunter Perlen wie diese:

(Jugendlicher Einbrecher hat gerade das freundliche Ladenbesitzerehepaar mit einer Schrotflinte umgemäht, was seinem nicht so abgebrühten Komplizen sichtlich an die Nieren geht)
„Heilige Scheiße – Hallelujah! – so ein Schlachtfest hab ich ja noch nie erlebt!“

„Tja. Jetzt warst Du dabei.
Du kannst es auch gleich wieder vergessen!“

„Vergessen...?!“

„Genau Schwabbel! Vergiss es!!
Wir gehen nach Hollywood, Fettsack!“

„Hollywood, Du meinst wir alle, ich auch?“

„Ich lass Dich doch hier nicht verrotten, Dickbacke!
Scheiße, Mann. (freundschaftliche Ohrschelle) Ich brauche immer einen Sklaven, egal wo ich bin.“

Übrigens: Finger weg von der FSK-16-Fassung von Creepshow II. Hier wurden die ohnehin dünn gestreuten Effekte größtenteils zensiert.

Fazit:
Recht nette Episodensammlung für zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger - reicht aber mit Abstand nicht an den E.C.-Comic-Charme des Originals heran.

5/10

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