Ein paar Jahre nach dem ersten Creepshow, der hierzulande doch sehr unfrewillig komisch mit Die unheimlich verrückte Geisterstunde übersetzt wurde, fand auch die lange erwartete Fortsetzung ihren Weg nach Deutschland. Stephen king und George A. Romeo haben auch den zweiten Teil unter der Regie von Michael Gornick gemeistert.
Die Rahmen- und Nebenhandlung zugleich ist schnell erklärt: Der kleine Billy wartet sehnsüchtig auf das Comicheft Creepshow und bekommt die erste Kopie vom Creep höchstpersönlich. Dann verwandeln sich die Realszenen in gezeichnete Trick-Szenen und der Titel wird eingeblendet. Wenig später läuft der Film gezeichnet weiter und wird zum Start der der ersten Story wieder zu einem Realfilm. Diese Trickfilm-Szenen sind zwar mal was anderes, nur täuscht das nicht über die Tatsache hinweg, dass das gezeichnete im Film relativ unspektakulär über die Scheibe flimmert, und Perlen der Trickkunst sind das nun auch nicht.
Alter Häuptling Holzkopf
Die erste Story schient zuerst langweilig vor sich hin zu tröpfeln. Ein alter Ladenbesitzer und seine Frau philosophieren über ihre Heimat Dead River und bekommen wenig später Besuch von einem alten Indianer namens Ben. Dieser möchte seine Schulden begleichen und überreicht dem Ladenbesitzer ein Säckchen mit den kostbaren Gütern der Indianer. Als Ben aus dem Laden verschwindet, taucht wenig später sein Neffe mit dessen beiden Freunden auf und plündern den Laden aus. Ab hier wird die Episode richtig spannend und baut sogar etwas Atmosphäre auf. Der doch sehr brutal agierende Indianer, der seine beiden Freunde "Goldjunge" und "Fettsack" nennt, erschießt am Schluss sogar die Frau des Ladenbesitzers und dann auch diesen höchstpersönlich. Wirkliche Reue zeigt der indianische Knabe nicht (Er ist ja einer der Bösen....) und zwingt seine Kumpanen, ihre Sachen zu packen und so schnell wie möglich nach Hollywood abzuhauen, wo der Neffe mit seinem prachtvollen Haar eine Karriere anfangen will. Tja, wäre da nicht der alte Holzindianer, der seit Jahrzehnten den Laden der nun toten Besitzer hütet und eben das gar nicht gerne mitangesehen hat. Kurzum erwacht dieser zum Leben und fängt an, die drei Verbrecher der Reihe nach zu töten.
Die Story ist zwar ehrlich gesagt ohne nennenswerte Überraschungen, dafür aber ausgeprochen unterhaltsam. Der mordende Holzindianer sieht gut aus und die Mordszenen sind nicht ganz so unappetlich - was positiv zu sehen ist.
Das Floß
Die zweite Episode ist die einzige, deren Ursprung direkt nach einer Kurzgeschichte Stephen Kings mündet. 4 übereifrige Teenager fahren zu einem See und schwimmen auf ein Floß, dass auf den Mittelpunkt des Sees liegt. Nur dumm, dass im See auch eine ölige Kreatur haust, die alles, was ihr zu nah kommt, verschlingt. So passiert es, dass einer nach dem anderen von dem Monster verschlungen wird. Die Story ist die spannendste des ganzen Films und weißt auch keine besonderen Lücken auf. Die ölige Kreatur sieht allerdings eher aus wie eine große Regenplane im Wasser.
Der Anhalter
Die letzte und nun wirklich übertriebenste Episode des Films ist die letzte. Eine Ehefrau schläft mit ihrem Liebhaber und merkt spät, dass sie schon längst hätte zuhause sein müssen, damit ihr Mann keinen Verdacht schöpft. So fährt sie los und überfährt in ihrer Eile einen armen Anhalter. Unsensiblerweise fährt sie einfach weiter, macht sich zwar ihre Gedanken um den Anhalter, kommt aber zu dem Schluss, dass es in ihren Augen ein Unfall war, nicht mehr und nicht weniger. Womit die arme Frau aber wohl überhaupt nicht rechnet - Der Anhalter kehrt als Zombie zurück und sucht sie heim. Nach schier endlosen Bekämpfungsmaßnahmen findet die arme Frau schließlich doch ihren Tod. Hauptmanko dieser Episode: Die Hauptdarstellerin nervt furchtbar. Sie redet und redet wie aufgezogen und spätenstens nach ihrem lächerlichen Schrei wünscht man sich den Tot der Schrulle. Währendessen ist die Folge aber auch unnötig brutal. Der Anhalter wird so sehr zusammengefahren und zerquetscht,. dass man eher Mitleid mit ihm als mit der Frau hat.
Da wäre auch noch der gezeichnete Nebenfilm, der sich dank der doch recht eigenartigen Handlung ( Die doch sehr großen Venus-Fliegenfallen von Billy fressen seine Feinde ) nicht unbedingt in die eigentliche Handlung intregieren lässt.
Fazit
Alter Häuptling Holzkopf
7/10
Gute Schauspieler, spannende Story, die sich am Anfang leider etwas hinzieht.
Das Floß
8/10
Beste Episode des Films. Spannend, atmosphärisch und unterhaltsam.
Der Anhalter
6/10
Unnötig brutal und schlecht gespielt, aber durchaus unterhaltsam.
Insgesamt gesehen ist der Film allemal sehenwert, auch wenn er nicht zu dem besten gehört, was unter Kings Namen veröffentlich wurde.
7/10