Review

Walzerklänge, perfektes Timing der Tänzer, immer wieder Zwischenschnitte auf den Übertragungswagen des TV-Senders, der das gesellschaftliche Ereignis live überträgt ... dann beginnt das große Sterben.

Opernball ist ein 2teiliger Politthriller, dessen Spannung selbst nach der 3stündigen Gesamtlaufzeit nicht abfällt.

Die Storyline selbst ist überraschend komplex für einen Fernsehfilm und hat durchaus Kinoqualitäten zu bieten.

Heiner Lauterbach war nie besser als in diesem Attentats-Drama, und Franka Potente zeigte schon damals (1998), das sie mehr kann, als eine "rennende Lola" darzustellen.
Gudrun Landgrebe - eine der erotischsten deutschen Darstellerinnen meiner Jugendzeit - gutiert den Zweiteiler mit ihrer reifen und immer noch bemerkenswerten Präsenz.

Die Bilder sind teilweise ziemlich aufwühlend und drastisch. Gerade das schreckliche Attentat bleibt einem als mörderisches Grauen in Erinnerung.
Aber auch manche Szene, die das Treiben der "Entschlossenen" zeigt, brennen sich tief in das Empfinden des Zuschauers ein.
Am Rande sei hier von mir bemerkt, dass ich bei dem TV-Politthriller keine Gore- und Splattereffekte erwartet hatte - und eines besseren belehrt wurde.

Die Geschichte selbst, die anschaulich zeigt, wie verblendete gewaltreiche Ideologie mit extremer politischer Zielverfolgung Hand in Hand gehen kann, ist bis zu den Endcredits hochinteressant inszeniert.

Fazit:
Erwachsener Thriller mit sehr guter Besetzung.
Der Film macht betroffen, wühlt auf und regt zum Denken an ... und unterhält dabei großartig.
Lange her, dass ich einen 10er, wie diesen sah.

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