Vincenzo Natali war es, der im Jahre 1997 einen Film der ganz besonderen Art in die Kinos brachte und den man eigentlich nur lieben oder hassen konnte: "Cube". Entweder man hielt das Ganze für einen unglaublich clever gestrickten, spannenden, optisch leckerem und höchst atmosphärischen Thriller-Streifen, der ganz und gar nicht "normalen" Sorte, oder man hielt ihn, aufgrund seines eigentlich fürchterlich sinnlosen Inhaltes, für absoluten Blödsinn. Ich persönlich gehöre da eher zur ersteren Sorte, denn egal wie Sinnlos das ganze Treiben, im Endeffekt, auch sein mag, selten war solch naiver Inhalt so verdammt klasse umgesetzt worden. Vor allem auch deshalb, weil am Ende viele Rätsel im Kopf des Zuschauer übrig blieben, über die er, mit anderen, herrlich spekulieren konnte. Wer sich diese Illusion nun endlich nehmen möchte, der dürfte sich über "Cube Zero" riesig freuen. Denn dieser Streifen bietet nun eine (fast) alles erklärende Auflösung des Cube-Mysteriums an. Ob sie allerdings überzeugend ist, dass steht auf einem anderen Blatt.
"Cube Zero" kann, nach dem höchst durchschnittlichen 2. Teil, endlich wieder mit einem einigermaßen spannenden Drehbuch aufwarten. Denn dieses mal läuft der Streifen in zwei unterschiedlichen Bahnen ab. Zum einen dürfen wir wieder einigen unwissenden Opfern dabei zusehen, wie sie sich durch den todbringenden Würfel kämpfen. Dabei orientiert sich der Streifen allerdings wieder mehr an den Cube des ersten Teils. Sprich der neue Würfel ist in seiner Ausstattung wieder recht unspektakulär ausgefallen, bis auf seine Fallen. Von den "Hyper"-Zuständen des zweiten Teils, ist hier nur noch wenig zu spüren. Die Fallen sind größtenteils wieder klassischer Art, sprich es gibt Räume mit Salz-Säure, Flammenwerfern, Schneidewerkzeuge aller Art u.s.w. Das Vorantasten der einzelnen Personen läuft ebenfalls wieder nach dem bekannten "Schuh-Werf-System" des Original-Cubes ab.
Diese Parts sind dann auch definitiv die spannenderen Szenen von "Cube - Zero". Das liegt nicht nur an der großartigen Optik und ihrer Farbspielereien, sondern auch an der beklemmenden Atmosphäre, die hier endlich wieder zu verspüren ist. Beim "Hypercube" völlig vermisst, kann sie hier ein ums andere Mal, für Schweißperlen auf der Stirn sorgen. Dazu ein Sound der besten Sorte.
Wie schon erwähnt, spielt der Film dieses mal aber nicht nur im Cube, sondern es werden erstmalig einige Personen gezeigt, die hinter dem ganzen "Spiel" stehen (wenn man mal vom schusseligen Ende des "Hypercubes" absieht) und zudem die Kommandozentrale des Würfels. Und es wird einem hier vor allem die Lösung auf die Fragen "Wieso sind diese Menschen im Cube?" und "Wie sind sie dahin gekommen?" gegeben. Diese Lösung allerdings, fällt unterm Strich dann doch sehr banal aus und kann nicht wirklich überzeugen.
Zudem fährt der Film, zum späteren Zeitpunkt, dann auch noch einige Details auf, die eher trashig als spannend wirken. Z. Bsp. mutiert kurz vor Schluss, einer der Gefangenen zu einem Roboter ähnlichem Zombie und es taucht eine Person auf, die anstatt des rechten Auges einen Diamanten in der Augenhöhle hat und so furchtbar dämlich agiert, dass es einem fast schon weh tut. Diese (sicher ungewollten) Ausflüge ins Trash-Genre, zerstören dann doch einiges an Atmosphäre und drücken den, sonst recht positiven, Gesamteindruck auf durchschnittlich. Schade!
Etwas Boden wieder gut machen, kann das Ganze dann allerdings durch seine Gore-Effekte, die dieses mal wirklich heftig ausgefallen sind. Das fängt schon beim matschigen Säure-Tod des ersten Opfers an und ergötzt sich dann z. Bsp. an einer kräftigen Zerreissszene, die nichts für schwache Nerven ist. Ob es solche Szenen wirklich gebraucht hätte sei jetzt mal dahin gestellt, gefallen können sie aber allemal.
Was die Darsteller angeht, so muss man allerdings noch sagen, die machen ihre Sache allesamt nicht besonders überzeugend. Vor allem der Darsteller mit dem Diamantenauge gehört wirklich in die tiefste Trash-Ecke. Aber auch seine Kollegen bleiben unter "Horror-Niveau"! Da hätte durchaus mehr kommen können!
Fazit: Meist recht spannender und oft auch atmosphärischer dritter Teil der klaustrophobischen Würfel-Trilogie, der nun wirklich, selbst auf die (fast schon) letzte offene Frage, eine Antwort zu geben versucht. Durch die banale Auflösung und manch ungewollter Trash-Einlage verliert der Streifen zwar deutlich an Boden, die leckeren Gore-Szenen stellen aber zufrieden. Fakt bleibt allerdings: Wer sich den Mythos des ersten Cubes aufrecht behalten will, der sollte hiervon die Finger lassen. Allen anderen wird das Anschauen aber sicher nicht weh tun!
Wertung: 6,5/10 Punkte