Zachary Bennett spielt einen hochintelligenten Schachmeister, der zusammen mit seinem Kollegen jeden Tag vor Überwachungsbildschirmen sitzt und einen übergroßen Würfel, eine Todesfalle, überwacht. In dem Würfel befinden sich angeblich Strafgefangene, die statt der Todesstrafe lieber ihr Glück in dem Würfel versuchen wollten, als Bennett dann jedoch eine Ungereimtheit in den Akten findet und zu glauben beginnt, dass eine unschuldige Frau in den Würfel geraten ist, beschließt er selbst in die Todesfalle zu gehen.
Trotz des unglaublich niedrigen Budgets avancierte "Cube" über die Jahre zum Kultfilm. Die Grundidee um den Würfel mit mehreren Räumen und dutzenden Todesfallen, die sich die ganze Zeit über verschieben und bewegen, war sehr gut, aber außer der Feststellung, dass irgendjemand irgendwann irgendwo irgendwie diesen Würfel gebaut haben muss, gab es im Prinzip überhaupt keine Begründung dafür, dass eine handvoll Personen in die Falle geraten ist. Obwohl gerade diese Unwissenheit des Zuschauers den Film zu etwas Besonderem machte, war es dann doch relativ unbefriedigend nicht zu wissen, was man da eigentlich aufgetischt bekommt und nachdem "Hypercube" auf allen Ebenen enttäuschte und ebenfalls keine Antworten liefern konnte, ruhten alle Hoffnungen auf "Cube Zero", der zwar ein bisschen was lüftet, aber immer noch dutzende Fragen offen lässt, auch wenn er bestens unterhalten kann und durchaus als Geheimtipp zu empfehlen ist, da er sich von sämtlichen Stereotypen und altbekannten Handlungsbahnen deutlich abhebt.
Die Idee mit dem Würfel zündet wieder voll und ganz. Gefahr, Tod und Unbehagen liegen förmlich in der Luft und mit dieser Ungewissheit und Hilflosigkeit der Figuren und deren Unwissenheit, die der Zuschauer mehr oder weniger teilt, kann Regisseur Ernie Barbarash, der hier mit einem Budget von gerade einmal einer Millionen Dollar ein ahnsehnliches Debüt abliefert, spielend leicht eine gespannte Atmosphäre aufbauen. Die Kulisse des Würfels ist mal wieder sehr bedrückend und klaustrophobisch in Szene gesetzt, auch wenn es im nunmehr dritten Teil der Reihe vielleicht ein wenig verbraucht ist. Ohne Musik, also mit bedrückender Stille, wird der Effekt der Kulisse noch verstärkt und die wenigen Ton-Effekte und Schockmomente sind gut platziert. Die Fallen sind nicht mehr so einfallsreich wie in den ersten Teilen, dafür aber umso ekelhafter und jenseits des guten Geschmacks einzuordnen. Das Erzähltempo ist relativ hoch und der Spannungsbogen ganz gut gelungen und so unterhält Barbarash mit seinem geringen Budget über die volle Laufzeit und zeigt, dass man auch aus wenig relativ viel machen kann.
Bei der Story leistet Barbarash leider keine sonderlich gute, aber wenigstens solide Arbeit. Die Charakterkonstruktion ist absolut flach und der Sinn des Würfels wird nicht einmal tangiert. Man erfährt lediglich, dass die Regierung irgendwie mit dem Würfel zu tun hat und, dass es sich um eine Art Experiment handelt. Diesmal wird der Film dabei auf zwei Ebenen erzählt, einmal aus Sicht der Insassen, wie bei den ersten beiden Filmen, aber auch aus der Sicht der Bewacher, wobei diese leider genauso ahnungslos wie die Insassen sind und nicht wissen, was sie machen und auch nicht so richtig für wen. Stellenweise ist es ganz amüsant zu sehen, wie der Film allen tieferen Fragen aus dem Weg geht, aber man hätte sich beim dritten Teil der Reihe, vom Prequel des Originals, dann doch mehr als diese trübe Suppe erhofft.
Beim Cast merkt man dann leider doch, dass es am Budget gemangelt hat, denn keiner der Darsteller kann sich wirklich empfehlen. Zachary Bennett spielt seine Hauptrolle zwar solide, leistet sich aber auch den einen oder anderen Fehler. Die übrigen Darsteller sind allesamt im unteren Mittelmaß anzusiedeln und spielen zwar gut genug, um den Film nicht herunterzuziehen, können aber auch nicht überzeugen. Gerade bei den Insassen des Würfels wäre es sehr wichtig, die Sympathie des Zuschauers für sich zu gewinnen, aber mehr als ein Funken Mitleid ist bei diesen unechten Darstellungen definitiv nicht drin.
Fazit:
"Cube Zero" liefert zwar nur einen Bruchteil der Antworten auf Fragen aus den ersten Teilen, kann mit seiner bedrückenden Atmosphäre und dem hohen Erzähltempo jedoch bestens unterhalten und holt damit einiges aus dem geringen Budget heraus. Die mäßigen Darsteller und das schwache Drehbuch verhindern aber, dass der Film sein gesamtes Potential ausschöpft.
71%