Janeane Garofalo spielt eine Radio-Moderatorin, die sich in einen Anrufer, gespielt von Ben Chaplin, verliebt. Als sich dieser jedoch persönlich mit ihr treffen will, schickt sie ihre wesentlich hübschere Nachbarin, gespielt von Uma Thurman, zu dem Treffen, da sie sich aufgrund ihres Aussehens nicht traut. Als sich ihre Freundin jedoch in den Anrufer verliebt, scheint ihr Plan nach hinten loszugehen.
Und noch eine absolut einfallslose romantische Verwechslungs-Komödie, deren Handlung mehr oder weniger komplett aus Klischees zusammengeschustert wurde und ohne eigene Einfälle oder Mut zu neuen Ideen vollständig der Stereotype entspricht. Damit ist die Story natürlich komplett vorhersehbar und schon nach der kurzen Exposition weiß jeder, der in seinem Leben mehr als 5 Liebes-Komödien erleben durfte, wie der Film weitergeht und wie er schließlich endet. Über die klischeehafte Charakterkonstruktion der einzelnen Figuren, das kaum ernst gemeinte Plädoyer für innere Schönheit, bis zur scheinbaren Katastrophe vor dem vorhersehbaren Happy End enthält die Story nicht einen einzigen innovativen Aspekt und kann somit kaum überzeugen. Am meisten stört dabei die lächerliche Charakterkonstruktion, so entspricht Thurman dem Klischee blond, blauäugig, blöd und die intelligente und witzige Frau ist natürlich hässlich und Chaplin darf sich dann am Ende zwischen innerer und äußerer Schönheit entscheiden. Bei dieser Story war beim Projekt "Lügen haben lange Beine" von Anfang an nicht sonderlich viel drin.
Diese klischeehafte und schwache Story lässt sich aber teilweise verschmerzen, da sie Regisseur Michael Lehmann charmant und liebevoll präsentiert. Nachdem er mit "Hudson Hawk" und "Airheads" bereits Erfahrungen im Genre sammeln konnte, leistet Lehmann gute Arbeit. Er hält das Erzähltempo relativ hoch, sodass der Film zu keinem Zeitpunkt langweilt. Er verzichtet glücklicherweise auf Fäkal-Humor und setzt stattdessen auf ordentlichen Wortwitz, den er jedoch besser nicht ganz so spärlich dosiert hätte. Er hält die ganze Zeit über eine wohlige und behagliche Atmosphäre aufrecht und sorgt dafür, dass das Wohlgefühl auch nach dem Ende des Films erhalten bleibt und liefert damit genau das, was man sich von einer solchen Komödie erhofft. Alles in allem läuft der Film jedoch zu glatt und unrealistisch ab und ist damit einfach zu kurzweilig, um über das Mittelmaß hinauszukommen, auch wenn er solide unterhalten kann.
Janeane Garofalo liefert eine hervorragende Leistung ab und passt mit ihrer liebenswerten Art sehr gut in die Rolle der intelligenten, aber etwas kurz geratenen Radio-Moderatorin. Sie zeigt echte Emotionen und sorgt damit dafür, dass der Film nicht zu sehr in billigen Kitsch abrutscht. Ben Chaplin kann als Liebhaber, der sich zwischen zwei Frauen entscheiden muss ebenfalls überzeugen, vor allem da die Chemie zwischen ihm und Garofalo stimmt. Uma Thurman liefert als blonde und nicht sonderlich intelligente Barbie-Puppe eine solide Leistung ab, kann aber nicht mit ihren beiden liebenswerten und stark spielenden Kollegen mithalten. Warum sie nur kurz nach ihrer Oscar-Nominierung für "Pulp Fiction" eine solch belanglose Rolle in einem belanglosen Film angenommen hat, ist mir persönlich ein Rätsel.
Fazit:
Die Story quillt vor Klischees und Stereotypen förmlich über, da diese aber durch die ordentliche Regie und die liebenswerten Darsteller charmant und bekömmlich serviert werden, schafft "Lügen haben lange Beine" dennoch den Sprung ins solide Mittelmaß und wird wohl jedem Fan romantischer Verwechslungskomödien gut gefallen.
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