"City Slickers" verbindet auf angenehme und höchst unterhaltsame Weise "Modern Life" mit dem "Cowboy Way" und findet in einer großartigen Besetzung den nötigen Antrieb für eine konventionelle aber dennoch brüllend komische Story.
Midlife Crisis ist das Stichwort für die in die Jahre gekommenen Büroleute Mitch, Phil und Ed, die rund um ihren 40.Geburtstag in Zivilsationskrisen rutschen: Freudlosigkeit, zerbrochene Ehe und die Frage nach Beendigung eines unsteten Lebens.
Die Story gönnt das erste Drittel tatsächlich noch dem "alten Leben": der Versuch eines Abenteuerurlaubs in Pamplona (mit schmerzhaften Folgen), die familiären Verhältnisse und als Krönung eine Geburtstagsparty des Grauens, in der die Emotionen hochkochen.
Billy Chrystal ist die Idealbesetzung des Endthirtysomethings, der in eine Krise rutscht. Durchaus selbstreflektiv sorgt mit einer Reihe von brillianten Monologen nicht nur für Angst und Schrecken in der Klasse seines Sohnes, sondern unterhält den Zuschauern auch mit entsprechender Mimik in den unterschiedlichsten Situationen.
Daniel Stern dagegen bringt die explosive emotionale Komponente: der unterdrückte Mann mit dem verschwiegenen Verhältnis und dem Ehedrachen (aber was für einer). Zwar eingeschüchtert und unterentwickelt, doch nicht zu unterschätzen. (Das Superzitat : Wenn Haß Sand wäre, wäre ich wie die Wüste / Org: Wenn Haß Menschen wären, wäre ich China!) Bruno Kirby schließlich ist mehr der unermüdliche Antriebsmotor.
Der Film dient damit hauptsächlich als Plattform für Jokes, Jokes, Jokes. Kaum eine Szene, die nicht von einer Aussage pointiert wäre, keine Verschwendung, höchstens für eine Prise Gefühl.
Wesentlich unkonventioneller wird's auch nicht nach dem Schwenk zum Viehtreck, den die drei als Urlaub mitmachen. Jetzt trifft die Zivilisation auf die rauhe Natur und das geht nicht immer ohne Komplikationen ab. Die Treckcowboys sind rauh und bedrohlich (wenn auch nicht so bedrohlich, wie Stern sich erweisen wird), die Neulinge sind noch ungeschickt (herrlich, wenn Chrystal beim Kautabak ausprobieren im Laden auf ein Hemd rotzt und das dann kauft) , die mitgeführte Technik löst eine Stampede aus und Ungeschick macht den eisenharten Treckboß Curly zum Gegner von Mitch.
Jack Palance hat vermutlich nur auf ebendiese Rolle gewartet, denn sein ledriger, Worte nur widerwillig ausspuckender Alt-Cowboy ist so rauh und übergroß, wie er nur sein kann. Stoisch knurrt er sich durch seine (leider nicht so große) Nebenrolle und führt den widerstrebenden Mitch zurück zur Natur und zu innerem Glück. Allein die Geburtsszene des Kalbs ist den halben Film wert.
Je länger der Film dauert, desto mehr von seinem Witz versickert leider zugunsten des zu Ende zu führenden Trecks, den die drei allein weiterführen. Es ist zwar heroisch mitanzusehen, wie aus den Stadtbubis zähe Typen werden, doch der Verlust sämtlicher Nebendarsteller (die anderen Urlauber, die Cowboys, Curly, der Koch) hinterläßt schon ein Loch im Amusement, das auch von dem Kalb Norman nicht ganz aufgefangen werden kann.
Bis dahin ist der Witz allerdings ungebrochen und das Ende ist versöhnlich.
Eine absolut witzige Fish-out-of-water-Story für alle Altersklassen, die einem Mut macht, wenns im Leben mal nicht so gut weitergeht. Und für Chrystal-Fans sowieso ein Muß. (8/10)